Nach Lafontains-Abgang deutlicher Rückgang

Wagenknecht: Linke braucht auch den Westen

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Sarah Wagenknecht ist stellvertrende Linken-Vorsitzende.

Berlin - Die stellvertretende Linken-Vorsitzende Sahra Wagenknecht hat vor einer Vernachlässigung von West-Wählern gewarnt. Man brauche ein gutes Ergebnis in Gesamtdeutschland und nicht nur im Osten.

Die stellvertretende Linken-Vorsitzende Sahra Wagenknecht hat vor einer Vernachlässigung westdeutscher Belange im bevorstehenden Bundestagswahlkampf gewarnt. „Ein gutes Bundestagswahlergebnis kriegen wir nur, wenn wir auch ein gutes Ergebnis im Westen haben“, sagte sie der „Mitteldeutschen Zeitung“ (Montag). „Bei der letzten Wahl kam die Mehrheit unserer Wähler aus den alten Ländern. Wir dürfen auf keinen Fall im Westen Vertrauen verspielen, sondern müssen es im Gegenteil ausbauen.“

Das ist die Linken-Führung

Nach dem Rückzug des Parteivorsitzenden Oskar Lafontaine hat sich die Linkspartei überraschend schnell auf ein neues Personaltableau geeinigt. © dpa
Sowohl beim Vorsitz als auch beim Amt des Bundesgeschäftsführers gibt es künftig eine Doppelspitze. Die Kandidaten hat der Linken-Parteitag in Rostock Mitte Mai gewählt. © dpa
KLAUS ERNST (55) ist Parteivorsitzender. Seine Rede bei der Fraktionsklausur am 11. Januar hatte Bewerbungscharakter, der Partei- und Fraktionsvize versuchte als Versöhner zwischen dem West- und Ostteil der Partei aufzutreten. © dpa
Der für seine Späße bekannte Ernst ist für die Linke eine wichtige Brücke zu den Gewerkschaften. Er war unter anderem Erster Bevollmächtigter der IG Metall in Schweinfurt. © dpa
Die lief dort zu Zeiten von Rot-Grün Sturm unter anderem gegen Hartz IV und Agenda 2010. © dpa
Ernst und andere Funktionäre verließen die SPD und gründeten die Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit (WASG), die 2007 mit der PDS zur Linken fusionierte. © dpa
Seit 2005 sitzt Ernst im Bundestag. Er ist parteiintern umstritten, da er gegen Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch Partei ergriffen hatte. © dpa
GESINE LÖTZSCH (48) ist Parteivorsitzende: Die bislang stellvertretende Fraktionsvorsitzende ist einem größeren Publikum bisher kaum bekannt. Bei den Bundestagswahlen 2002, 2005 und 2009 holte sie das Direktmandat in Berlin-Lichtenberg. © dpa
Da 2002 die damalige PDS an der Fünf-Prozent-Hürde scheiterte, saßen sie und Petra Pau allein für ihre Partei ganz hinten im Bundestag. © dpa
Ihre politische Karriere startete Lötzsch zu DDR-Zeiten: 1984 trat sie in die SED ein. Nach der Wende folgte der Wechsel in die PDS, wo sie bis 1993 an der Spitze der Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus stand. © dpa
Seit 2005 ist die promovierte Germanistin haushaltspolitische Sprecherin der Linken-Fraktion im Bundestag und als Expertin auch bei den anderen Parteien angesehen. © dpa
Ihre Aufgabe in der Partei sieht sie darin, das Zusammenwachsen der Ost- und Westteile zu stärken. © dpa
CAREN LAY (37) ist Bundesgeschäftsführerin: Die Soziologin ist zwar in Neuwied am Rhein geboren, zog aber über die Landesliste Sachsen in den Bundestag ein. © Die Linke Sachsen
“Allen Kindern die gleichen Bildungschancen zu eröffnen, auch Kindern aus ärmeren Familien, hat mich angetrieben“, sagt sie zu den Gründen, warum sie in die Politik gegangen ist. © dpa
Sie ist Mitglied beim BUND, Verdi und attac. In ihrer Partei wird sie eher dem realpolitischen Flügel zugerechnet. © Die Linke
Seit 2004 saß Lay im sächsischen Landtag, seit 2007 war sie parlamentarische Geschäftsführerin der sächsischen Linksfraktion. Seit 2009 ist sie Bundestagsabgeordnete. © Twitter
Als Bundesgeschäftsführerin müsste sie vor allem den von Bartsch erfolgreich betriebenen Aufbau junger Nachwuchstalente, die Arbeit am Grundsatzprogramm und die Verfestigung der Parteistrukturen vorantreiben müssen. © Linksfraktion im Bundestag
WERNER DREIBUS (62) ist Bundesgeschäftsführer: Der Gewerkschaftssekretär stammt aus Offenbach am Main. © dpa
Seit 1994 ist er Bevollmächtigter der IG Metall Offenbach. © Hoempage
Er war Gründungsmitglied der Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit (WASG) und sitzt seit 2005 im Bundestag. © Homepage
Ähnlich wie Lay ist er über die Parteigrenzen hinweg bisher ein eher unbeschriebenes Blatt und tritt angesichts der Popularität von Bartsch ein schweres Erbe an. © Homepage
Der stellvertretende Vorsitzende der Bundestagsfraktion ist verheiratet und hat eine Tochter. © Homepage

Die ostdeutschen Landes- und Fraktionschef hatten in der vergangenen Woche in einem Brief an die Parteivorsitzenden Katja Kipping und Bernd Riexinger eine stärkere Berücksichtigung ostdeutscher Belange gefordert. Sie beklagten, dass sich die Mitglieder- und Finanzstärke der ostdeutschen Verbände personell und in der politischen Schwerpunktsetzung der Partei nicht ausreichend niederschlage. Wagenknecht ist zwar in der DDR aufgewachsen, hat ihren Wahlkreis aber in Düsseldorf und zählt zu den Wortführerinnen der westdeutschen Linken.

Wagenknecht hielt dagegen, dass bei der letzten Wahl die Mehrheit der Linken-Wähler aus dem Westen kam. „Wir dürfen auf keinen Fall im Westen Vertrauen verspielen, sondern müssen es im Gegenteil ausbauen“, sagte sie. Wagenknecht ist zwar in der DDR aufgewachsen, hat ihren Wahlkreis aber in Düsseldorf und gilt als eine Wortführerin der westdeutschen Linken.

Parteichef Bernd Riexinger sprach sich gegen eine regionale Schwerpunktsetzung im Wahlkampf aus. „Wir machen einen gesamtdeutschen Wahlkampf, wir sind auch eine gesamtdeutsche Partei“, sagte er auf einer Pressekonferenz in Berlin.

Der Linke hatte am Wochenende auf einer Klausurtagung erstmals über die Strategie für die Bundestagswahl 2013 beraten und Bundesgeschäftsführer Matthias Höhn mit der Organisation des Wahlkampfs beauftragt. Der frühere Landesparteichef von Sachsen-Anhalt trat am Montag einem Medienbericht entgegen, nach dem er wegen eines Kompetenzstreits in der Parteiführung vor dem Rücktritt gestanden habe. „Ich bin fest entschlossen, einen kraftvollen und erfolgreichen Wahlkampf für die Linke zu organisieren“, erklärte er.

dpa

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