Nach Sturz zurück im Wahlkampf

Rainer Brüderle: "Die Schonung ist beendet"

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FDP-Spitzenkandidat Rainer Brüderle

Berlin - Rainer Brüderle meldet sich nach zwei Monaten Zwangspause - er hatte sich Bein und Arm gebrochen - zurück. Jetzt will er Wahlkampf für die FDP machen und hat sich ein Mammutprogramm vorgenommen.

Noch ein bisschen dünner ist er geworden, Rainer Brüderle hat sichtbar abgenommen. Vorsichtig setzt er Schritt für Schritt, noch gestützt auf zwei Krücken. „Ich bin jetzt nur noch selten auf die Krücken angewiesen“, sagt der 68-Jährige und grüßt im Vorbeigehen Patienten, die ebenfalls nicht ohne Gehhilfen auskommen. Der FDP-Spitzenkandidat für die Bundestagswahl ist zurück. Nach zwei Monaten Zwangspause steigt der Polit-Haudegen ab kommenden Montag, 12. August, in die heiße Phase des Wahlkampfes ein.

"Ich bin heiß auf Wahlkampf. Die Schonung ist beendet"

Brüderle hatte sich Mitte Juni bei einem Sturz nach einem Theaterbesuch in seiner pfälzischen Heimat linkes Bein und linken Arm gebrochen. Ein langer Klinikaufenthalt und eine zweiwöchige Reha im Medical Park St. Hubertus von Bad Wiessee am Tegernsee - dort war auch Altkanzler Helmut Kohl (CDU) schon zweimal - hatten ihn außer Gefecht gesetzt. Doch nun will das liberale Schlachtross wieder angreifen. „Ich habe an die 30 Wahlkämpfe bestritten und mache seit 40 Jahren Politik“, sagt der Tandem-Partner von Parteichef Philipp Rösler. „Ich bin heiß auf Wahlkampf. Die Schonung ist beendet.“

Ursprünglich wollte Brüderle Anfang Juli wieder fit sein. Doch es kam anders. Er ist geduldig geworden. „Es ist normal“, sagt er kurz vor seiner Entlassung aus der Reha. „Mit Knochenbrüchen umzugehen habe ich erst lernen müssen. Ich hatte zuvor noch nie welche.“ Es dauere nun einmal mindestens sechs Wochen, bis der Knochen zusammengewachsen ist, erläutert Brüderle. „Und da unglücklicherweise Unterarm und Oberschenkel gebrochen waren, musste ich das Bewegen wieder lernen.“ Sein behandelnder Arzt Prof. Thomas Wessinghage - einst Leichtathletik-Europameister über 5000 Meter - ergänzt, dass sich sein Patient von Tag zu Tag sicherer bewege.

"Ich habe volles Programm geplant"

Der FDP-Mann ist „sehr sauer“, dass ihm das Missgeschick ausgerechnet vor der Bundestagswahl widerfahren ist. Er war beim Verlassen eines Restaurants über eine Treppenstufe gestolpert. „Aber ich kann mich nur bei mir selbst beschweren, es gibt keinen Dritten, den ich dafür haftbar machen kann.“ Mit dem „lieben Gott“, den er erst kürzlich in einem Interview einen Liberalen nannte, hat er nicht lange gehadert. „Es ist halt manchmal im Leben so. Es wäre noch viel schlimmer gewesen, wenn es jetzt kurz vor der heißen Phase passiert wäre.“ So will er am Montag wieder voll auf Wahlkampfmodus schalten. „Ich habe volles Programm geplant.“ Bis zur Wahl seien es etwa 200 Termine, pro Tag fünf bis sechs verschiedene.

Und wenn es am 22. September doch nichts werden sollte mit einer Neuauflage von Schwarz-Gelb? „Wir werden gewinnen. Deshalb beschäftige ich mich mit der Frage nicht.“ In der Politik gehöre das Auf und Ab dazu. „Ich bin kein Typ, der sich zu Hause ruhig hinsetzt und Bücher schreibt.“

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dpa

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