Mahnung an Parteikollegen

SPD-Politiker: "Nicht aufs eigene Tor schießen"

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SPD-Parteichef Ralf Stegner

Berlin - Das SPD-Vorstandsmitglied Ralf Stegner hat seine Parteikollegen zu mehr Disziplin und Professionalität ermahnt. Um sein Anliegen deutlich zu machen, griff er auf die Fußballsprache zurück.

Angesichts jüngster Irritationen um den SPD-Kurs in der Steuerpolitik und der Koalitionsfrage hat Vorstandsmitglied Ralf Stegner die Partei zu mehr Disziplin aufgerufen. „Die SPD-Basis hat hohe Erwartungen, was Disziplin und Professionalität im verbleibenden Wahlkampf angeht“, sagte Stegner der Deutschen Presse-Agentur. Diese Erwartungen stiegen mit dem Grad an Verantwortung, den die Beteiligten haben oder hatten. „Was wir brauchen, ist weniger Selbstbespiegelung bestimmter Kreise in Berlin“, sagte Stegner. Mit Bezug auf die Fußballsprache fügte er hinzu: „Wir dürfen nicht auf das eigene Tor schießen.“

Zuletzt hatte unter anderem Ex-Parteichef Franz Müntefering den Start der SPD-Kampagne kritisiert. Zudem gab es Verwirrung darüber, ob die Partei vor der Wahl am 22. September ihre Steuererhöhungspläne aufweicht. Ferner ist die Parteilinke uneins über die Haltung zu einer Koalition mit Grünen und Linken. Stegner selbst schließt dies aus, wendet sich aber gegen den Ausschluss einer großen Koalition. Die Parteilinke Hilde Mattheis - ebenfalls Vorstandsmitglied - fordert hingegen mehr Offenheit für Rot-Rot-Grün.

Dennoch betonte Stegner: „Die Partei ist geschlossen wie seit 20 Jahren nicht mehr.“ Dass Schwarz-Gelb wieder etwas wahrscheinlicher geworden ist, finde er gut, das fördere die Mobilisierung. „Das Wort "Gurkentruppe" kommt ja von der Regierungskoalition selbst“, meinte Stegner mit Blick auf deren Bilanz. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) versuche das Land einzuschläfern. „Unser Gegner ist derzeit vor allem die Gleichgültigkeit, die Auffassung, es gebe kaum Unterschiede.“

dpa

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