Voilà: Stichwahl zwischen Hollande und Sarkozy

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Warum so skeptisch, Monsieur Hollande?

Paris - Bei der französischen Präsidentenwahl haben sich Amtsinhaber Sarkozy und Sozialist Hollande für die entscheidende 2. Runde qualifiziert. Die rechtsextreme Kandidatin Le Pen bekam auch viele Stimmen.

François Hollande hat die erste Runde der französischen Präsidentschaftswahl klar gegen Amtsinhaber Nicolas Sarkozy gewonnen. Der Sozialist kam nach einer Hochrechnung des Senders TF1 von 20.00 Uhr auf 28,6 Prozent, Sarkozy auf 27 Prozent. Nach einer Hochrechnung von France 2 lag Hollande mit 28,4 zu 25,5 Prozent fast drei Punkte in Führung. Damit werden ihm die besten Aussichten auf einen Sieg in der Stichwahl am 6. Mai eingeräumt. Auf überraschend starke 19 Prozent kam laut der TF1-Hochrechnung Marine Le Pen vom rechtsextremen Front National.

Hollande und Sarkozy hatten die Abstimmung zu einer Richtungswahl erklärt. Der Favorit kündigte am Sonntag an, er werde Frankreich bei seinem Sieg neuen Lebensatem geben und das Bekenntnis zu Europa erneuern. Er will den Sparkurs abmildern und auf Wachstum setzen. Sarkozy dagegen warnte, das links ausgerichtete Programm Hollandes werde Frankreich in die Krise stürzen.

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Für ihn ist das Ergebnis eine Schlappe, er verlor gegenüber der ersten Runde 2007 deutlich. Die “Anti-Sarkozy“-Abstimmung zeigt sich auch in dem Ergebnis für Rechtspopulistin Le Pen, ihr waren in den letzten Umfragen maximal 16 Prozent vorausgesagt worden. Bestätigen sich die 19 Prozent, hätte sie mehr Stimmen als ihr Vater Jean-Marie vor zehn Jahren eingefahren, er hatte 2002 mit nur 16,86 Prozent die Stichwahl erreicht und Frankreich in eine Schockstarre versetzt.

Auf dem vierten Platz landete der Antikapitalist Jean-Luc Mélenchon von der Linksfront mit knapp elf Prozent. Der Zentrumspolitiker Francois Bayrou erreichte laut TF1-Hochrechnung mit 8,9 Prozent Platz fünf.

Laut Wahlforschern kann Hollande für das Duell in zwei Wochen auf die meisten Stimmen des linken Lagers, aber auch auf Protestwähler Le Pens hoffen. Ihm wird das deutlich größere Wählerreservoir zugesprochen. Das liegt auch an der langen Regentschaft der Konservativen. Gewinnt Hollande in zwei Wochen, würde er das erste Mal seit Francois Mitterrands Sieg im Jahr 1988 den Élysée-Palast für die Sozialisten zurückerobern.

dapd/dpa

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