Der Wahl-O-Mat geht an den Start

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Kassel/Bonn. Zu den Aufgaben der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) zählt es, die Bürger über die Bundestagswahl zu informieren. Der aus Kassel stammende Presse-Chef Daniel Kraft erklärt die Arbeit der bpb und den am Donnerstag startenden Wahl-O-Mat.

Herr Kraft, warum nimmt die Wahlbeteiligung stetig ab?

Daniel Kraft: Ein zentrales Motiv für Nicht-Wähler ist die scheinbare Undurchsichtigkeit von Politik. In Studien sagen Leute oft, dass Politik schwer nachvollziehbar ist. Man verstehe nicht, was in der Politik passiert.

Wie kann die bpb dem entgegenwirken?

Kraft: Wir versuchen, über unser Angebot Klarheit zu schaffen. Wir kooperieren mit Formaten wie der Fernsehsendung Task Force Berlin auf Pro Sieben. Hier sprechen Stars wie Gentleman mit Jugendlichen und stellen deren Fragen Politikern. Das schafft Klarheit und stellt Verständnis her. Dies macht auch der Wahl-O-Mat. Er erklärt die Positionen der politischen Parteien so, dass man die Unterschiede versteht und deutlich erkennen kann.

Welche Funktion hat der Wahl-O-Mat?

www.wahl-o-mat.de

Kraft: Er präsentiert die Positionen der Parteien, so dass sie relativ schnell erfasst werden können. Man muss nicht 30 Wahlprogramme durchackern. Es werden zentrale Themen des Wahlkampfs von einer Jugendredaktion ausgewählt, den Parteien geschickt und so aufbereitet, dass man sich auf spielerische Weise mit den Positionen der Parteien auseinandersetzen kann.

Steigert der Wahl-O-Mat das Interesse an Politik?

Kraft: Wir werten es als Erfolg, dass sich immer mehr Menschen mit dem Wahl-O-Mat und dadurch mit Politik beschäftigen. Der Wahl-O-Mat hat sich inzwischen zu einer festen Größe für politische Information im Vorfeld von Wahlen etabliert.

Wie versuchen Sie außerdem, junge Wähler für Politik zu begeistern?

Kraft: Wir versuchen, für die unterschiedlichsten Zielgruppen Informationen zur Verfügung zu stellen, insbesondere auch für jüngere Wähler. Neben den eben genannten Beispielen sind dies zahlreiche Materialien für den Schulunterricht, aber auch Angebote in den sozialen Medien, Erklärfilme auf Youtube, Wahlaufrufe von Promis und eine „Schoultour“ der „Wahl Gang“ durch ganz Deutschland.

Haben die neuen Medien dazu beigetragen, junge Menschen besser zu erreichen?

Kraft: Ganz klar. Wir erreichen über unsere Print-Angebote wie die „schwarzen Hefte“ schon seit Generationen auch Jugendliche. Aber neu ist, dass wir über die sozialen Medien in direkten Dialog mit den jüngeren Zielgruppen kommen, so zum Beispiel auf unserem Facebook- und Twitter-Profilen. Häufig arbeiten wir aber auch mit Partnern wie Youtube-Stars oder Musikern zusammen, die junge Leute unmittelbar erreichen. Das Ziel ist die Demokratie zu stärken und die Wahlbeteiligung hochzuschieben.

Zur Person

Daniel Kraft (40) ist in Kassel geboren und in Baunatal aufgewachsen. Seit 2005 ist er der Leiter der Kommunikationsabteilung der Bundeszentrale für politische Bildung in Bonn. Er ist verheiratet und hat ein Kind.

Hintergrund

Seit 2002 bietet die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) den Wahl-O-Mat im Internet an. Am heutigen Donnerstag, 29. August, 11.30 Uhr, geht das Instrument zur Bundestagswahl am 22. September an den Start. Die Nutzer haben die Möglichkeit herauszufinden, welche der 28 Parteien ihnen am nächsten steht. Dazu müssen sie 38 Thesen beantworten. Zudem können die Nutzer bestimmen, welche Themen für sie wichtig sind. Der Wahl-O-Mat errechnet, wie groß die Übereinstimmung zwischen Wähler und den einzelnen Parteien sind. Bei der Bundestagswahl 2009 wurde das Instrument 6,7 Millionen Mal genutzt – seit 2002 etwa 25 Millionen Mal. Auch zur Bayern-Wahl gibt es einen Wahl-O-Maten – zur Hessen-Wahl nicht. (mko)

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