Warum das neue Wahlrecht den Bundestag aufblähen könnte

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Wenn am 22. September der Bundestag gewählt wird, greift zum ersten Mal das im Februar verabschiedete neue Wahlrecht. Mit den Neuerungen verlieren CDU und CSU frühere Vorteile durch Überhangmandate. Zugleich dürfte die Gesamtzahl der Abgeordneten steigen. Die Reform betrifft auch die Aufteilung der Mandate auf die Bundesländer.
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Wie war die Sitzaufteilung auf die Bundesländer bislang geregelt?
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Bei der vergangenen Bundestagswahl wurde noch das Sitzkontingent auf die Parteien proportional zu ihrem bundesweiten Zweitstimmenergebnis verteilt. In einem zweiten Schritt wurden dann die Sitze einer jeden Fraktion anhand deren Stimmzahlen in den einzelnen Bundesländern aufgeteilt. Maßgeblich für die Zusammensetzung des Bundestags waren also das bundesweite Zweitstimmenergebnis sowie die abgegebenen Stimmen in den einzelnen Ländern.
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Wie werden die Abgeordneten künftig auf die Bundesländer verteilt?
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Durch das neue Wahlrecht wird die Sitzverteilung zuerst auf Länderebene statt auf Bundesebene geregelt. Schon vor der Wahl werden alle 598 festen Bundestagssitze entsprechend dem Einwohneranteil der Bundesländer vergeben. Nach der Wahl wird die festgelegte Sitzanzahl eines jeden Bundeslandes anhand des jeweiligen Zweitstimmenergebnisses aufgeteilt.
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Was ist das Problem mit den Überhangmandaten?
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Überhangmandate entstehen, wenn eine Partei in einem Bundesland mehr Direktmandate erzielt, als ihr nach ihrem Zweitstimmenergebnis zustehen würden. Da die zusätzlichen Mandate trotzdem den bei den Erststimmen erfolgreichen Wahlkreisbewerbern zustehen, führte dies in der Vergangenheit zu einer Verzerrung des Wahlergebnisses, weil die Mandatsverteilung nicht mehr genau dem jeweiligen Stimmenanteil der Parteien entsprach. Bei der Bundestagswahl 2009 erzielten die Unionsparteien 22 Überhangmandate. Die Zahl der im Bundestag vertretenen Abgeordneten wuchs deshalb auf 620. CDU und CSU erhielten so einen relativen Vorteil.
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Wie werden die Überhangmandate jetzt geregelt?
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Es wird zwar weiterhin Überhangmandate geben, doch die anderen Parteien bekommen so viele zusätzliche Parlamentssitze - sogenannte Ausgleichsmandate - zugesprochen, bis der Parteienproporz wieder dem bundesweiten Zweitstimmenergebnis entspricht. Die sich ergebende Gesamtzahl an Mandaten, die einer Partei inklusive Überhang- und Ausgleichsmandaten zusteht, wird in einem zweiten Schritt auf die Bundesländer anhand der dort jeweils erzielten Zweitstimmen verteilt.

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