Unabhängigkeits-Befürworter

„Rebellion“? Spanische Polizei ermittelt gegen Ex-Bayern-Coach Guardiola

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Gelbe Schleife auf der Jacke: Pep Guardiola demonstrierte zuletzt Solidarität mit inhaftierten katalanischen Politikern

Nach der Katalonien-Wahl nimmt Spanien offenbar prominente Unabhängigkeits-Unterstützer ins Visier. Gegen Star-Coach Pep Guardiola wird wegen „Anstiftung zur Rebellion“ ermittelt.

Barcelona/Manchester - Fußballtrainer Pep Guardiola ist ein Mann mit klaren Meinungen - als gefährlicher Aufrührer gilt der frühere Coach des FC Bayern bislang aber nicht. Dennoch: Kurz nach der Regionalwahl in Katalonien hat die spanische Polizei offenbar Ermittlungen gegen Guardiola aufgenommen. Das berichtet die Zeitung El Nacional. Ihm wird demnach von den spanischen Behörden „Anstiftung zur Rebellion“ vorgeworfen.

Das kann als Zeichen eines raueren politischen Klimas gewertet werden. Guardiola ist international einer der bekanntesten Befürworter einer Unabhängigkeit Kataloniens. Konkret wird ihm nun ein Auftritt bei einer Demonstration im Juni zur Last gelegt, wie es heißt. 

„...auch wenn der spanische Staat das nicht möchte“: der entscheidende Satz?

Dort verlas er ein Manifest für die Loslösung Kataloniens vom spanischen Zentralstaat. „Wir werden am 1. Oktober über unsere Zukunft abstimmen, auch wenn der spanische Staat das nicht möchte“, wurde Guardiola damals in den Medien zitiert.

Pep Guardiola bei der Stimmabgabe im katalanischen Unabhängigkeits-Referendum von 2014 

Der gebürtige Katalane äußert sich immer wieder einmal zum schwelenden Konflikt im Osten Spanien. So hatte er den Sieg seines Teams Manchester City im Champions-League-Duell gegen den SSC Neapel (2:1) zwei inhaftierten Aktivisten der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung gewidmet. „Hoffentlich können beide bald wieder rauskommen. Denn jetzt ist es ein bisschen so, als wären wir alle dort (im Gefängnis)“, sagte er vor Journalisten.

Guardiola kandidierte sogar für das Regionalparlament

2015 hatte der Trainer sogar für das katalanische Regionalparlament kandidiert. Allerdings eher als symbolischer Unterstützer: Er fand sich auf dem letzten Listenplatz der abspaltungswilligen Gruppierungen, Chancen auf ein Mandat hatte er nicht. Zuletzt trug Guardiola bei öffentlichen Auftritten eine gelbe Schleife auf der linken Brust. Wer die Schleife trägt, demonstriert Solidarität mit inhaftierten katalanischen Politikern.

Die Nachricht über die Ermittlungen gegen Guardiola kommt kurz nach der Verkündung der Wahlergebnisse aus Katalonien. Die separatistisch eingestellten Parteien haben bei dem Urnengang eine absolute Mehrheit der Sitze errungen.

Über alle Entwicklungen rund um die katalonischen Regionalwahlen hält Sie unser Ticker auf dem Laufenden.

fn

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