Weihnachtsansprache: Wulff imponiert Gästen

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Bundespräsident Christian Wulff muss sich der ersten Krise seiner Amtszeit stellen.

Berlin - Die Weihnachtsansprache von Christian Wulff stößt in diesem Jahr auf besonderes Interesse. Sagt der Bundespräsident etwas zu den Vorwürfen wegen seiner umstrittenen Verbindungen zu Unternehmergrößen?

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Weihnachtsansprache: Wulff schweigt zu Vorwürfen

Wulff immer stärker unter Druck

Je dunkler der Nachmittag wird, umso heller strahlt die Lichterkette im Tannenbaum vor Schloss Bellevue. Hinter verschlossenen Türen nimmt Bundespräsident Christian Wulff am Mittwoch seine Weihnachtsansprache auf. Draußen im Nieselregen bauen Fernsehteams ihre Kameras auf. Die Rede wird in diesem Jahr - anders als sonst - mit besonderer Spannung erwartet: Das Staatsoberhaupt steht wegen eines privaten Hausdarlehens und einer finanzierten Anzeigenkampagne massiv in der Kritik. Nimmt er dazu Stellung?

“Er hat das etwas beiläufig erwähnt“, berichtet Christiane Bohn vom Bund für Umwelt und Naturschutz in Berlin, eine der rund 70 ausgewählten Gäste. Wulff habe bei der Begrüßung vor der Aufzeichnung erklärt, dass es egal sei, was man im Leben einmal gemacht habe - in der heutigen Zeit komme alles ans Licht, darauf müsse man vorbereitet sein. In der offiziellen Ansprache geht Wulff nicht auf das Thema ein, das seit mehr als einer Woche die Nation bewegt.

Weihnachtsanprache 2010: Wullf zeigt Gästen Schloss Bellevue

Weihnachtsanprache 2010: Wulff zeigt Gästen Schloss Bellevue

“Ich glaube, das wäre unpassend gewesen an der Stelle“, findet der Lehrer und siebenfache Vater Steffen Naasner. Und auch Hans-Georg Filker, Direktor der Berliner Stadtmission, sagt nach der Begegnung in Bellevue: “Das ist nicht Ort und Zeit für so eine Aussage. Das muss an anderer Stelle geklärt werden.“

Wulff indes scheint mit seiner Ansprache, die am Sonntagabend ausgestrahlt wird, imponiert zu haben. “Er war sehr souverän und seinen Gästen zugewandt“, befindet Filker. Und er habe die wichtigen politischen und gesellschaftlichen Fragen angesprochen.

Darunter fällt zweifelsohne der Rechtsterrorismus. “Er hat gesagt, dass alle gleichgestellt werden sollen und nicht, dass man Unterschiede machen soll, nur weil man eine andere Hautfarbe hat“, erzählt die siebenfache Mutter Jeannette Dörre, die ihren Kinderwagen vor sich herschiebt.

Natürlich habe der Bundespräsident auch allen frohe Weihnachten gewünscht und ein gutes neues Jahr, berichtet Bohn. Dennoch dürfte Wulff angesichts der anhaltenden Vorwürfe nicht allzu entspannt in die Festtage gehen. Als seine Gäste das Schloss verlassen, ist es fast dunkel. Weil Bellevue so hell im Scheinwerferlicht strahlt, sehen die Wolken darüber besonders düster aus.

dpa

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