Wurde Timoschenkos Diagnose manipuliert?

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Die inhaftierte ukrainische Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko bestand auf einer Untersuchung durch ausländische Ärzte.

Kiew - Der Zustand von Julia Timoschenko bleibt mysteriös. Trotz ihrer großen Schmerzen ergab die Untersuchung durch deutsche Ärzte eine zweifelhafte Diagnose. Die Mediziner vermuten Manipulation.

In der Ukraine gibt es auch nach einer Untersuchung der inhaftierten Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko durch deutsche Ärzte weiter Streit um ihren Gesundheitszustand. Während die Behörden der Ex-Sowjetrepublik verkündeten, die 51-Jährige müsse nicht operiert werden, warf Timoschenkos Anwalt den einheimischen Ärzten eine Manipulation der Diagnose vor. Das Krankheitsbild wurde aber nicht bekanntgegeben, weil Timoschenko die Zustimmung verweigerte.

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Die beiden deutschen Spezialisten von der Berliner Charité und ihre kanadischen Kollegen hätten schwere gesundheitliche Probleme bei der Oppositionsführerin festgestellt. Das sagte Anwalt Sergej Wlassenko am Donnerstag einer Mitteilung zufolge. Die Politikerin klagt seit Monaten über starke Rückenschmerzen und kann sich angeblich nicht ohne Hilfe bewegen.

Die staatliche ukrainische Ärztekommission betonte, eine stationäre Behandlung außerhalb des Straflagers sei nicht nötig. Timoschenko brauche auch keine Krücken. Gegen den Rat der Ärzte habe sie eine Blutprobe abgelehnt. Die internationalen Mediziner hätten ihre Arbeit abgeschlossen und das Land wieder verlassen, sagte Kommissionsleiterin Raissa Moissejewa in der Stadt Charkow rund 450 Kilometer östlich von Kiew.

Die wegen Amtsmissbrauchs zu sieben Jahren Haft verurteilte Timoschenko misstraut einheimischen Ärzten. Daraufhin hatten Deutschland und Kanada Spezialisten vermittelt.

dpa

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