Flüchtlingskrise

"Welt": Hälfte der Asylsuchenden in Deutschland in drei Bundesländern

Berlin - Drei deutsche Bundesländer nehmen etwa die Hälfte aller Asylsuchenden auf. Das hat laut einem Zeitungsbericht die Internationale Organisation für Migration (IOM) berechnet. Welche Länder das sind.

Etwa die Hälfte aller Asylsuchenden in Deutschland ist laut einem Zeitungsbericht in nur drei Bundesländern registriert worden. Laut Berechnungen der Internationalen Organisation für Migration (IOM) nähmen Nordrhein-Westfalen 21 Prozent, Bayern 16 Prozent und Baden-Württemberg 13 Prozent der im sogenannten Easy-System registrierten Asylsuchenden auf, berichtete die "Welt" am Donnerstag.

Dies gehe aus einer noch nicht veröffentlichten Auswertung der IOM hervor, die sich auf Zahlen von Januar bis September des vergangenen Jahres beziehe. Auch für das laufende Jahr prognostiziere die Organisation eine ähnliche Verteilung.

Merkel setzt weiterhin auf europäische Lösung

Bei der Verteilung der Flüchtlinge innerhalb Europas gebe es laut IOM kaum Fortschritte, berichtete die "Welt". Nach dem Vorschlag der EU-Kommission vom September sollten 160.000 Flüchtlinge aus Syrien, Eritrea und dem Irak, die sich bereits in Europa befinden, auf alle Mitgliedsstaaten nach einer freiwilligen Quote umverteilt werden. Bisher seien aber erst 272 Personen umverteilt worden.

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Deutschland habe bisher 40 Umverteilungsplätze angeboten, elf Schutzsuchende aus Italien und zehn aus Griechenland wurden tatsächlich nach Deutschland geholt, wie die IOM der "Welt" mitteilte.

Trotz Forderungen aus der Union nach einem Umschwenken in der Flüchtlingspolitik setzt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) weiterhin auf eine europäische Lösung. CSU-Chef Horst Seehofer sagte dazu am Mittwochabend in den ARD-"Tagesthemen", seine Partei glaube nicht daran, "dass innerhalb der nächsten Zeit in Europa Lösungen gefunden werden, die die Flüchtlingszahlen begrenzen". Die CSU fordert vielmehr verstärkte Grenzkontrollen und eine Obergrenze für die Aufnahme von Flüchtlingen von 200.000 jährlich.

afp

Rubriklistenbild: © dpa

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