Nach Ende der Anti-Hitler-Koalition vergrößerten die Supermächte USA und UdSSR ihre Einflusszonen

Als die Welt in zwei Teile zerfiel

Die Sieger zerstritten sich schnell: Bei der Potsdamer Konferenz im Juli 1945 wurden die Meinungsverschiedenheiten unter den Verhandlungsführern deutlich. Im Bild von links Winston Churchill (Großbritannien), Harry S. Truman (USA) und Josef W. Stalin (UdSSR).

Als in den Morgenstunden des 13. August 1961 die Grenze zwischen West-Berlin und der DDR mit Stacheldraht durchzogen wurde und der Bau der Berliner Mauer begann, war dies ein neuer Höhepunkt einer längeren weltpolitischen Entwicklung.

Schon mit Kriegsende 1945 wurden die Weichen für eine Teilung der Welt gestellt.

Bereits kurz nach der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands am 7./8. Mai zerbrach die Anti-Hitler-Koalition der Westmächte und der Sowjetunion. Schnell wurde klar, dass die Kooperation der USA, Großbritanniens und Frankreichs auf der einen Seite und der Sowjetunion auf der anderen Seite nur eine Zweckgemeinschaft gegen den gemeinsamen Feind war.

Schon auf der Konferenz von Potsdam im Juli 1945 wurden erste Meinungsverschiedenheiten offenkundig, als Stalin bei der Frage nach der deutschen Ost-Grenze die USA und Großbritannien vor vollendete Tatsachen stellte, indem er Polen die Oder-Neiße-Linie bereits vor Beginn der Verhandlungen zusicherte. Spätestens mit der grundverschiedenen Auslegung der in Potsdam vereinbarten Demokratisierung Deutschlands traten die unterschiedlichen Auffassungen zur deutschen Zukunft und der ideologischen Ausrichtung von Ost und West offen zutage.

Schon im März 1946 sprach der damalige britische Oppositionsführer Winston Churchill vom „Eisernen Vorhang“, der Europa durchziehe. Beide Supermächte, die USA und die UdSSR, versuchten ihre Einflusszonen in Europa zu konsolidieren. Die USA setzten dabei auf die Taktik der Eindämmungspolitik, welche die weitere Ausbreitung des Kommunismus in Europa verhindern sollte. Dazu wurde 1949 ein westliches Militärbündnis, die Nato, ins Leben gerufen. Der Ostblock beantwortete den Nato-Beitritt West-Deutschlands 1955 mit der Gründung des Warschauer Pakts.

In Deutschland machte sich der Ost-West-Konflikt durch die Währungsreformen in den westlichen und in der sowjetischen Besatzungszone bemerkbar. Vorläufiger Höhepunkt der weltpolitischen Auseinandersetzung war die Berlin-Blockade ab Juni 1948, während der die West-Berliner Bevölkerung durch die Luftbrücke fast ein Jahr lang per Flugzeug mit Lebensnotwendigen versorgt werden musste.

Der Kalte Krieg, die „Schlacht der Ideen“, hatte begonnen und verschärfte sich auch in Deutschland durch die Vollendung der Teilung mit der Gründung der beiden Staaten 1949. Im Anschluss trieb die Bundesrepublik unter Kanzler Konrad Adenauer (CDU) die Westintegration voran, während die DDR sich den sozialistischen Staaten in Osteuropa zuwandte.

Von Daniel Wenisch

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