Jahresbilanz der Erdöl- und Erdgasförderer - Niedersachsen nimmt über 800 Mio. Euro Förderabgabe ein

Weniger Erdgas aus heimischen Lagern

Umstrittenes Verfahren: Die Baustelle zur Erdgasprobebohrung des Energieerzeugers ExxonMobil in Lünne im Emsland. Foto:  dpa

Hannover. In Deutschland ist im vergangenen Jahr weniger Erdgas gefördert worden als im Vorjahr, während die Erdölproduktion erstmals seit 2003 stieg. Nach den gestern in Hannover vom Wirtschaftsverband Erdöl- und Erdgasgewinnung (WEG) vorgestellten Zahlen sank die inländische Erdgasproduktion von 12,6 auf 11,9 Milliarden Kubikmeter. Damit trägt das in Deutschland geförderte Erdgas zu 14 Prozent zum heimischen Verbrauch bei.

Mit 2,68 Millionen Tonnen wurden im vergangenen Jahr sieben Prozent mehr Erdöl als im Vorjahr gefördert. Diese Menge macht aber nur einen kleinen Bruchteil des deutschen Verbrauchs aus. Der Wert des 2011 in Deutschland geförderten Erdöls und Erdgases lag bei 4,4 Milliarden Euro.

In Niedersachsen ging 2011 die Erdgasproduktion von 12,6 Milliarden auf 11,3 Milliarden Kubikmeter zurück. Es trägt damit zu mehr als 95 Prozent zur bundesweiten Erdgasproduktion bei. Die beiden größten Lagerstätten befinden sich in Völkersen und Goldenstedt-Oythe. Auch die Erdölproduktion in unserem Bundesland sank von 986 000 auf 967 000 Tonnen, rund 36 Prozent der in Deutschland geförderten Menge. Das Land Niedersachsen nahm durch die von den Produzenten zu zahlende Förderabgabe Jahr 817 Millionen Euro ein, 230 Millionen Euro mehr als im Vorjahr.

„Die Energiewende erfordert hohe Investitionen für alle Energieträger“, warb WEG-Vorsitzender Gernot Kalkoffen für bessere politische Rahmenbedingungen in Deutschland. Dabei geht es um die umstrittene Förderung von Gasvorkommen in Schiefergesteinen und Kohleflözen, die nach Einschätzung der WEG-Unternehmen wesentlich größer sind als die konventionellen Gasreserven. Gegen die Nutzung unkonventioneller Lagerstätten in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen regt sich wegen der möglichen Umweltgefahren erheblicher Widerstand.

In der Kritik steht die konventionelle Erdöl- und Erdgasförderung auch wegen der Auswirkungen auf das Klima. Laut WEG-Jahresbericht sind die Emissionen aus der Erdgasförderung in Deutschland von 435 000 Tonnen Kohlendioxid auf 485 000 Tonnen Kohlendioxid (2011) gestiegen. Im selben Zeitraum nahmen die Emissionen aus der Schwefelgewinnung bei der Erdgasförderung von 1,45 Millionen auf 1,6 Millionen Tonnen Kohlendioxid zu.

Von Joachim Göres

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