Weniger Tote - Niedersachsens Straßen bleiben aber gefährlich

Hannover. Gefährliches Pflaster: Rund alle zweieinhalb Minuten hat es 2012 auf Niedersachsens Straßen einen Unfall gegeben. Obwohl die Zahl der Verkehrstoten zurückgeht, ist das Innenministerium beunruhigt.

Landesweit starben bei 199 997 Unfällen 486 Personen, teilte Innenminister Boris Pistorius am Montag in Hannover mit. „Das ist immer noch eine erschreckende Zahl“, betonte der SPD-Politiker.

Obwohl dies im Vergleich zu 2011 ein Rückgang von zehn Prozent sei, gebe es keinen Grund zur Zufriedenheit. Mit 61 Verkehrstoten pro eine Millionen Einwohner belege Niedersachsen im bundesweiten Vergleich den vorletzten Platz. Dagegen sei es erfreulich, dass mit sechs getöteten Kindern ein neuer Tiefstand erreicht sei.

Hauptunfallursachen seien zu hohe Geschwindigkeit und zu dichtes Auffahren. Rund 70 Prozent der tödlichen Unfälle ereigneten sich auf den Landstraßen - hier erhöhten den Angaben zufolge Zusammenstöße mit Bäumen das Risiko für tödliche Ausgänge deutlich. Dennoch sei die Zahl der Schwerverletzten rückläufig. Die Statistiker verbuchten 6201 Krankenhausaufenthalte, 2011 waren es 6249. „Unfälle passieren nicht einfach, sondern jedem geht ein Fehlverhalten voraus“, so Pistorius.

Um die Unfallzahl weiter zu senken, kündigte er für die Zukunft mehr Geschwindigkeitskontrollen an - insbesondere Landstraßen stünden dabei im Fokus. Dagegen seien die Autobahnen im Land vergleichsweise sicher. Derzeit werde deshalb neben neuen Präventionsprojekten auch ein erneuter Blitzmarathon mit den Nachbarländern Hessen und Nordrhein-Westfalen geplant. Aus der Sicht von Pistorius würde auch die Einführung eines generellen Tempolimits die Sicherheit erhöhen.

„Wir werden damit keinen Beliebtheitspreis gewinnen, aber darum geht es auch nicht.“ Auch gehe es nicht darum, leere Kassen zu füllen, sondern um die Verminderung der Unfälle. Für viele Autofahrer sei rasen noch immer ein Kavaliersdelikt.

Hinsichtlich der größten Unfallrisikogruppen - jungen Autofahrern im Alter von 18 bis 24 Jahren und Senioren - würden die registrierten Zahlenrückgänge zwar Grund zur Hoffnung geben, von Entwarnung könne aber nicht gesprochen werden. Gerade die Sensibilisierung der älteren Autofahrer sei nicht einfach. Für ihn sei es jedoch ein denkbarer Weg, hier mit Fahrtauglichkeitstests entgegenzuwirken. „Das kann man aber nicht auf Landesebene machen.“

Ein weiteres Problem seien Drogen- und Gewaltdelikte im Verkehr. Während die Zahl der Unfälle unter Alkoholeinfluss um 54 Fälle auf 3601 zurückging, musste die Polizei mit 312 Unfällen nach Drogenkonsum erneut ein leichtes Plus verzeichnen. (dpa)

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