Innenministerium plant im Internet einsehbaren Gefahrenatlas für Niedersachsen

Weniger Unfälle, mehr Tote

Innenminister Uwe Schünemann (CDU). Foto:  dpa

Hannover. Im Straßenverkehr sind in Niedersachsen im vergangenen Jahr deutlich mehr Menschen getötet und schwer verletzt worden, als im Jahr zuvor. Verantwortlich für den Anstieg waren vor allem junge Fahrer und Senioren, teilte Innenminister Uwe Schünemann (CDU) gestern in Hannover mit.

Die Zahl der Getöteten stieg von 479 auf 540 (plus 12,2 Prozent), die der Schwerverletzten von 5721 auf 6249 (plus 9,2 Prozent). Die Polizei erfasste 196 048 Unfälle, das waren 2,8 Prozent weniger als im Vorjahr. Auch bundesweit gab es mehr Verunglückte auf den Straßen, Niedersachsen sei als Flächenland mit vielen Landstraßen von dem Zuwachs aber überdurchschnittlich betroffen, sagte Schünemann.

Sowohl die Risikogruppe der jungen Fahrer als auch Senioren sollen künftig verstärkt vor den Gefahren des Straßenverkehrs gewarnt werden. 122 der Getöteten waren junge Fahrer bis 24 Jahre, 140 der Verunglückten waren älter als 65. Ältere Fahrer sollen über Plakate in Arztpraxen ermuntert werden, Seh- und Fahrtüchtigkeit untersuchen zu lassen und an einem Fahrtraining teilzunehmen, sagte Schünemann. Außerdem sollten Ärzte das Thema ansprechen. Freiwilligkeit gehe vor Zwang - er halte nichts davon, ab einem bestimmten Alter die Fahrtüchtigkeit generell infrage zu stellen.

Die Risiken von Raserei, rücksichtslosem Überholen und Alkohol am Steuer sollen junge Polizeibeamte unterdessen direkt in Fahrschulen schildern, und zwar anhand von tödlichen Unfällen, die sie selber aufnehmen mussten. Beamte in Verden entwickelten dazu ein Konzept, das zunächst in Landkreisen mit besonders vielen Unfällen im Oldenburger Raum, im Emsland und in der Grafschaft Bentheim eingesetzt werden soll.

Eingeführt wird zudem eine elektronische Unfallauswertung, die eine detaillierte Erfassung von Unfallschwerpunkten ermöglicht. Damit wird dann ein im Internet einsehbarer Gefahrenatlas für Niedersachsen erstellt, der Autofahrer warnen und Kommunen bei der Auswahl von Stellen zur Geschwindigkeitsüberwachung helfen kann.

„Es ist bei der Polizei ausgeschlossen, dass wir so etwas wie Fallenstellerei machen“, sagte Schünemann zu den Geschwindigkeitskontrollen. Die Polizei kontrolliere gezielt dort, wo sich schlimme Unfälle häuften. (lni)

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