Werra-Kali-Abwasser: RP gibt heute neue Erlaubnis bekannt

Kassel. Es dürfte 2011 die wichtigste Entscheidung des Regierungspräsidiums Kassel sein - zumindest, was das Werra-Kalirevier angeht: Heute Nachmittag gibt der RP bekannt, wie lange noch und in welchen Mengen K+S seine Salzabwässer in tiefe Gesteinsschichten entsorgen darf.

Diese Versenkung im porösen Plattendolomit ist einer der beiden Hauptwege, Kali-Abwässer loszuwerden - der andere geht direkt in die Werra.

Die Versenkerlaubnis von 2006 endet heute. Dass der RP Verlängerung gewährt, gilt als sicher. Die beantragten zehn Jahre und 46 Millionen Kubikmeter bekommt K+S aber kaum. Fachleute der hessischen Landesregierung sehen diese Art Abfalldeponie mit wachsender Sorge: Eine Milliarde Kubikmeter Salzabwässer, die seit 1925 versenkt wurden, kehren großteils zurück - in den Grundwasserleiter Buntsandstein oder ganz nach oben, in die Werra.

Das Umweltministerium deckte schon 2008 am runden Tisch zur Werrversalzung die Karten auf: Man könne langfristig Gefahren für die Trinkwasserversorgung nicht mehr ausschließen, sagte Abteilungsleiter Wenzel Mayer. Länger als 2011 dürfe höchstens noch übergangsweise und deutlich weniger versenkt werden. Bis zu 7 Mio. Kubikmeter Salzabwasser müssten „kurzfristig vermieden oder anders als durch Versenkung entsorgt werden“. Die Gnadenfrist knüpfte Wiesbaden damals zudem an ein konkretes Datum von K+S für das völlige Versenkungs-Aus.

Was da drohte, war intern klar: Kurz bevor das Land die Vollbremsung ankündigte, legte K+S sein 360-Mio.-Euro-Paket vor. Es soll bis 2015 das langjährige Jahresmittel der Abwässer halbieren. Um 7 Mio. Kubikmeter - die Menge, die das Land 14 Tage später nannte. Und der Rest? Weiter in die Werra? Wenn’s nach dem runden Tisch geht, in ein Rohr zur Nordsee. (wrk)

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