Langzeitkonzept vorgestellt

Werra und Oberweser sollen bis 2075 Süßwasserqualität erreichen

Wiesbaden/Kassel. Werra und Oberweser sollen wieder Süßwasserqualität erreichen. Dafür will der Kasseler K+S-Konzern weitere 400 Mio. Euro investieren. Mit dem Geld soll vor allem der Salzabwasseranfall von 7 Mio. Kubikmeter, die für 2015 anvisiert sind, weiter reduziert werden.

K+S Vorstandschef Norbert Steiner und Hessens Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) sprachen bei Vorstellung der neuen Pläne von 1,5 Mio. Kubikmeter weniger ab Ende 2017. Zugleich wird eine Pipeline aus dem Werrarevier zur Oberweser gebaut: Sie soll betriebsbereit sein, wenn die Versenkung - der zweite Entsorgungsweg - 2021 endgültig ausläuft.

Dann fiele aus Fabriken und von den Halden trotz weiterer Reduzierung mehr Abwasser an, als in die Werra darf. Also soll ein kleiner Teil durch ein 140-Kilometer-Rohr direkt zur Oberweser.

Der vorgestellte Vier-Phasen-Plan, den das Land Hessen und K+S in einen Vertrag gießen wollen, reicht bis 2075. Schon 2032 rechnet der Kasseler Konzern mit einem Ende der Produktion im thüringischen Werk Unterbreizbach. 2060 sollen nach bisherigen Prognosen die Standorte Hattorf und Wintershall im hessischen Kreis Hersfeld-Rotenburg wegen erschöpfter Lagerstätten außer Betrieb gehen. Mit zurückgehender Produktion sinkt der Abwasserausstoß. Die Halden, aus denen jeder Regen Lauge auswäscht, sollen zusätzlich abgedeckt und gegen diese Auswaschung geschützt werden.

Lesen Sie dazu auch: 

- K+S-Salzpipeline zur Oberweser ist offenbar beschlossen

Süßwasserqualität bedeutet sinkende Salzbelastung bis auf 800 mg/l Chlorid spätestens 2075 statt der zuletzt 2500 mg/l. Für den guten ökologishen Zustand, den die Wasserrahmenrichtlinie der EU fordert, reicht das nicht. Für die Werra hinter den Kaliwerken sei dieses Ziel nicht zu erreichen, sagte Ministerin Hinz - selbst wenn der Betrieb sofort eingestellt werde. Für die Weser werde derzeit noch modelliert, ob und wie weit hier mindere Qualitätsziele festgelegt werden müssten.

Seit Mai hatten das Wiesbadener Umweltministerium und der Kasseler K+S-Konzern über das neue Paket verhandelt. Es soll das am runden Tisch ins Visier genommene Entsorgungskonzept einer Pipeline zur Nordsee ersetzen.

K+S-Chef Norbert Steiner sprach von einer guten Lösung "ein für allemal", die das Werk Werra aber alleine erwirtschaften müsse. Umweltministerin Priska Hinz sprach von nicht einfachen Verhandlungen. Die jetzt erreichten Eckpunkte machten als Gesamtlösung aber Sinn und gäben dem Unternehmen Investitionssicherheit.

Von Wolfgang Riek

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.