Westerwelle rechnet mit Fan-Protesten bei EM in Ukraine

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Außenminister Guido Westerwelle (FDP)

Berlin - Außenminister Guido Westerwelle prophezeit der Ukraine Fan-Proteste während der Fußball-Europameisterschaft, falls der inhaftierten Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko eine angemessene medizinische Versorgung verweigert wird.

“Politiker, Sportler, Medien und Fans werden es sich nicht nehmen lassen, während der EM gegen die Verletzung der Menschenrechte in der Ukraine ein Zeichen zu setzen“, sagte der FDP-Politiker der “Bild“-Zeitung.

Westerwelle sagte, er sei in großer Sorge um die Gesundheit Timoschenkos. Er biete der Ukraine deshalb an, dass Timoschenko “in einem deutschen Krankenhaus behandelt werden kann, in dem gute Betreuung garantiert ist“. Zu einem möglichen EM-Boykott der Bundesregierung sagte Westerwelle: “Das entscheiden wir, wenn die Entscheidung ansteht.“ Die Frage einer Verlegung von Spielen etwa nach Deutschland stelle sich derzeit nicht.

Lange Haftstrafe: Julia Timoschenko im Porträt

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Der Vorsitzende des Bundestagsinnenausschusses, Wolfgang Bosbach, rief zu einer sachlichen Diskussion über den Fall Timoschenko auf. “Wenn die Debatte ab jetzt unter der Überschrift 'Holt die Spiele von der Ukraine nach Deutschland!' läuft, würden wir uns damit keinen Gefallen tun“, sagte Bosbach der “Saarbrücker Zeitung“. Das helfe keinem politischen Gefangenen. Um weiteren Druck auf die Regierung in Kiew auszuüben, plädierte Bosbach dafür, sich eng mit anderen an der EM teilnehmenden Nationen abzustimmen. “Der Protest wird keine besondere Wirkung in der Ukraine hinterlassen, wenn Deutschland damit allein bleibt“, sagte er.

Bosbach sagte, aus heutiger Sicht sei es ein Fehler gewesen, die EM an die Ukraine zu vergeben. Bei der Vergabe des Turniers habe der europäische Fußballverband UEFA aber wohl auch die Ereignisse der sogenannten Orangenen Revolution würdigen wollen. Diese hatte in den Jahren 2004 und 2005 verhindert, dass der heutige Präsident Viktor Janukowitsch Staatschef wurde. Timoschenko wurde damals Ministerpräsidentin.

dapd

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