Neue Spannungen?

Wichtiger serbischer Politiker im Kosovo erschossen

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Oliver Ivanovic bei einer Wahl im November 2013

Im Kosovo ist offenbar ein hochrangiger Vertreter der serbischen Minderheit erschossen worden. Serbien beruft den nationalen Sicherheitsrat ein.

Pristina - Der prominenteste serbische Politiker im Kosovo, Oliver Ivanovic, ist von Unbekannten erschossen worden. Der 64-Jährige sei vor der Zentrale seiner Partei in der Stadt Mitrovica am Dienstagmorgen von vier Kugeln getroffen worden, berichteten die Behörden. Er sei dann im örtlichen Krankenhaus gestorben. Die Kosovo-Regierung verurteilte den Mord und versprach die Aufklärung der Hintergründe.

Örtliche Medien berichteten unter Berufung auf die Polizei, es sei ein ausgebranntes Auto gefunden worden, von dem aus mutmaßlich die Schüsse auf den 64-jährigen abgegeben wurden. Staatsanwalt Shyqri Syla sagte AFP, es sei unklar, wer hinter dem Mord stecke. Ermittler seien vor Ort.

Serbiens Staatspräsident Aleksandar Vucic berief in Belgrad den nationalen Sicherheitsrat ein. Marko Djuric, Leiter der serbischen Delegation bei der laufenden EU-Vermittlung zwischen seinem Land und dem Kosovo in Brüssel, verließ die Verhandlungen. „Das ist eine verbrecherische und terroristische Tat, die bestraft werden muss“, begründete er diesen Schritt.

Gute Beziehungen zur albanischen Mehrheit - aber in Konflikt mit Belgrad

Ivanovic war seit 1999 der von Belgrad akzeptierte Führer der serbischen Minderheit im Kosovo. Er galt als einer der wenigen Politiker, die auch Albanisch sprachen und gute Beziehungen zur albanischen Mehrheit im Land unterhielt. In den letzten Jahren war er aber mit Belgrad zunehmend in Konflikt geraten. Zuletzt war sein Auto von Unbekannten in Brand gesteckt worden.

Das fast nur noch von Albanern bewohnte Kosovo war vor zehn Jahren von Serbien abgefallen. 1999 hatten NATO-Bomben serbisches Militär und Freischärler gezwungen, das Kosovo zu verlassen. Zuvor hatten Serben etwa 800 000 Albaner mit Waffengewalt vertrieben.

Serbien will sich mit dem Verlust des Kosovos nicht abfinden und verlangt seine Rückkehr in den Staatsverband. Die EU bemüht sich seit vielen Jahren weitgehend erfolglos, zwischen den zerstrittenen Nachbarn zu vermitteln. Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini verurteilte den Mord in Telefonaten mit Vucic und dem Präsidenten des Kosovo, Hashim Thaci. Die Täter müssten gefunden und bestraft werden, forderte Mogherini. Sie rief alle Seiten zu Zurückhaltung auf.

dpa/AFP

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