Wie krank ist Algeriens Präsident?

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Im Rollstuhl legte Algeriens Präsident Bouteflika den Amtseid ab. Kritiker halten ihn nur noch für eine Marionette eines korrupten Staatsapparates. Steht seine Ablösung bevor? Foto: Mohamed Messara/Archiv

Paris/Algier (dpa) - Ein Klinikaufenthalt in Frankreich heizt Spekulationen über den Gesundheitszustand von Algeriens Staatschef Abdelaziz Bouteflika an. Nach einem Bericht der französischen Zeitung "Le Dauphiné Libéré" hat der Präsident das Krankenhaus in Grenoble wieder verlassen.

Dort war der 77-jährige Präsident seit Wochenmitte behandelt worden. Ein Konvoi von einem halben Dutzend Fahrzeugen samt Polizeischutz habe ihn bei der Abfahrt begleitet, berichtete die Zeitung. Unbekannt ist, wohin Bouteflika gebracht werden sollte.

Der Langzeitmachthaber, im April für ein viertes Mandat an die Spitze Algeriens berufen, ist in den vergangenen zehn Jahren bereits mehrfach in Frankreich behandelt worden. So erlitt er 2013 einen Schlaganfall und war zweieinhalb Monate lang zur Behandlung in Frankreich.

Aus Algerien gab es zunächst keine offizielle Bestätigung für den Krankenhausaufenthalt des Präsidenten. Im Land mehren sich derzeit die Diskussionen über ein mögliches baldiges Ende der Herrschaft Bouteflikas. "Wir befinden uns mitten in der Ablösung", sagte der frühere algerische Diplomat und heutige Oppositionsaktivist Abdelaziz Rahabi der Deutschen Presse-Agentur.

Zuletzt hatten im Oktober Polizeiproteste in dem nordafrikanischen Land deutlich gemacht, dass Bouteflikas Machtbasis bröckelt. Die Opposition fordert angesichts eines "Machtvakuums" bereits seit längerem eine Ablösung und Neuwahlen nach Paragraf 88 der Verfassung. Demnach kann der Präsident des Amtes enthoben werden, wenn er aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr regierungsfähig ist. Oppositionelle befürchten, dass die eigentliche Macht im Staat schon längst auf enge Vertraute Bouteflikas übergegangen ist.

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