Wieder Automat gesprengt: Das sind die Methoden der Täter

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Sarstedt. 28 Fahrkartenautomaten flogen in Niedersachsen im vergangenen Jahr in die Luft. Wie skrupellos die Methoden der Täter dabei sind, lesen Sie hier.

Ende Juli 2014 waren es laut Landeskriminalamt Hannover schon 24 Fälle - und die Serie der Automatensprengungen geht weiter.

Am Montagabend traf es eine Straßenbahnhaltestelle in Sarstedt (Kreis Hildesheim). Das Gerät zur Fahrkartenausgabe sei dabei völlig zerstört worden, teilte die Polizei am Dienstag mit. Geld haben die Täter offenbar nicht erbeutet, sagte ein Sprecher. Zuletzt waren in Coppenbrügge und in Hessisch Oldendorf im Kreis Hameln-Pyrmont Ticketautomaten der Bahn von Unbekannten gesprengt worden.

Zumeist setzen die Täter laut LKA selbst gebaute Rohrbomben ein. Die zumeist relativ geringe Menge des erbeuteten Bargeldes stehe bei allen Taten in einem krassen Missverhältnis zur Höhe des angerichteten Sachschadens.

In Hessen haben Kriminelle im vergangenen Jahr mindestens 120 Fahrkartenautomaten gesprengt. Bundesweit waren es mehr als 480. In der kriminellen Branche ebenfalls beliebt: Alle Schlitze, Spalten und Öffnungen am Automaten abkleben, dann Gas hineinleiten. Es vermischt sich mit dem Sauerstoff der Luft zu einem hochexplosiven Gemisch. Ein Funke genügt, und der Apparat detoniert mit der Wucht einer Sprengstoffexplosion.

Nicht immer geht es mit Sachschäden ab: Am 17. September 2013 wurde am Bahnhof im hessischen Bad Soden-Salmünster ein Toter entdeckt. Zuvor soll der Mann zusammen mit zwei Komplizen einen Ticketautomaten bei Wittighausen (Baden-Württemberg) gesprengt haben, wobei er von umherfliegenden Trümmern schwer verletzt wurde. Die Mittäter hatten den Verletzten noch bis ins 120 Kilometer entfernte Bad Soden-Salmünster gefahren. Dort hatten sie ihn nachts am Bahnhof abgelegt, wo er verblutete. Das Landgericht Hanau wertete das als versuchten Mord. Einer der Angeklagten wurde zu fünf Jahren, der andere zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt. (wrk/dpa)

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