Wiederaufbau Irak: USA versenkten Milliarden im Sand

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US-Patrouille in der irakischen Hauptstadt Bagdad.

Bagdad - Beim Wiederaufbau des Irak haben die USA Milliarden von Dollar im Sand versenkt. Jetzt zeigt sich: Über zehn Prozent der Gelder wurden verschwendet. Etliche errichteten Gebäude wurden nie genutzt.

Über 50 Milliarden Dollar (40 Milliarden Euro) haben die USA in den Wiederaufbau des Irak gesteckt. Doch ein beachtlicher Teil davon wurde buchstäblich in den Wüstensand gesetzt, wie nun eine Prüfung zahlreicher Projekte durch ein amerikanisches Kontrollgremium ergab. Insgesamt wurden demnach über zehn Prozent - fünf Milliarden Dollar Steuergeld - verschwendet. Und in Anbetracht von rund 300 Einzelprüfberichten, die für den Generalinspektor für den irakischen Wiederaufbau angefertigt wurden, ist diese Summe wahrscheinlich noch untertrieben.

Diese Länder haben Atomwaffen

Länder mit Atomwaffen
Wie viele atomare Sprengköpfe es weltweit gibt, ist nicht genau bekannt. Die Zahl atomarer Sprengköpfe liegt nach Angaben der Organisation Federation of American Scientists  bei mehr als 23 000. Der Großteil davon ist im Besitz Russlands und der USA . Laut FAS sind insgesamt rund 8000 Sprengköpfe einsatzbereit.  © dpa
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Russland: Die Sowjetunion, der Vorgängerstaat des heutigen Russlands, entwickelte 1949 seine  erste Atomwaffe und führte über 700 Atomtests durch. Das Bild zeigt eine Atomrakete vom Typ SS27 Topol-M.  © dpa
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Von den 14.000 russischen Sprengköpfen gelten 5162 als einsatzbereit und 3083 als strategisch. Letztere sind für den Einsatz in großer Entfernung vorgesehen und können nur von Interkontinentalraketen, Langstreckenbombern und U-Booten transportiert werden.  © dpa
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USA : Die Vereinigten Staaten waren die erste Atommacht der Welt. Im August 1945 setzte die Regierung erstmals Atombomben gegen Japan ein. Das Bild zeigt einen B52-Bomber, der Atomwaffen transportieren kann.   © dpa
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Laut FAS verfügen die USA über 5400 Sprengköpfe, von denen 4075 einsatzbereit und 3575 strategisch sein sollen.  © dpa
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Frankreich: Atommacht seit 1960. Auf dem Bild ist ein atomgetriebenes U-Boot zu sehen, auf dem Atomraketen stationiert sind.  © dpa
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Die FAS schätzt, dass Frankreich über 300 einsatzbereite atomare Sprengköpfe verfügt.  © dpa
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China: Die Volksrepublik China zündete im Oktober 1964 eine erste Atombombe im Kernwaffentestgelände Lop Nor (Provinz Xinjiang).  © dpa
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Laut FAS besitzt China 240 atomare Sprengköpfe.  © dpa
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Großbritannien: Das Vereinigte Königreich zündete seine erste Atombombe im Jahr 1952 vor der Küste Australiens.  © dpa
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Nach Schätzung der FAS besitzt Großbritannien 185 atomare Sprengköpfe.  © dpa
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Israel: Experten schätzen, dass Israel seit etwa 1967 Atomwaffen besitzt. Offiziell räumte erst  Ministerpräsident Ehud Olmert im Jahr 2006 ein, dass sein Land Kernwaffen besitze.  © dpa
Länder mit Atomwaffen
Die FAS schätzt, dass Israel über 80 Atomwaffen vefügt.  © dpa
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Indien: Das Land ist seit Mai 1974 im Besitz von Atomwaffen. Indien startete sein Atomwaffenprogramm nach dem ersten Grenzkrieg mit China im Jahr 1962 und als Reaktion auf erfolgreiche chinesische Atomtests 1964.  © dpa
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Laut FAS besitzt Indien 50 Atomwaffen.  © dpa
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Pakistan: Das Land hat im Mai 1998 als Reaktion auf entsprechende indische Versuche erstmals Atomwaffen getestet.  © dpa
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Die FAS schätzt, dass das pakistanische Militär über 60 Atomwaffen verfügt.  © dpa
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Die Internationale Gemeinschaft befürchtet, dass ein Konflikt zwischen den Nachbarländern Indien und Pakistan (führten 1947, 1965 und 1971 Krieg) zu einem Atomkrieg eskalieren könnte.  © dpa
Länder mit Atomwaffen
Nordkorea: Der zweite nordkoreanische Atombombentest am 25. Mai 2009 hat die internationale Gemeinschaft in helle Aufregung versetzt. Noch am selben Tag berichteten südkoreanische Medien von Raketenstarts. In der Mitte des Bildes ist der nordkoreanische Diktator Kim Jong Il zu sehen.   © dpa
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Im Februar 2005 erklärte Nordkorea, Atomwaffen zu besitzen. Am 9. Oktober 2006 zündete das Land nach eigenen Angaben zum ersten Mal eine Kernwaffe.  © dpa
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Allgemein wird vermutet, dass Nordkorea im Atomreaktor Yongbyon (Bild) atomwaffentaugliches Plutonium aus gebrauchten Kernbrennstäben bezieht.  © dpa
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Laut FAS besitzt Nordkorea bereits bis zu 10 Atomwaffen.  © dpa
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Iran: Der Iran wird verdächtigt, an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten. Das Bild zeigt den iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad bei einer Militärparade.  © dpa
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Ungeachtet aller internationaler Warnungen hat der Iran im Mai2009 eine neue Rakete mit einer Reichweite von rund 2.000 Kilometern getestet - diese könnte Israel und amerikanische Stützpunkte erreichen. So wollen unter anderem vor allem Israel und die USA verhindern, dass der Iran in den Besitz von Atomwaffen gelangt.  © dpa

Einige Projekte sind Totalausfälle, während bei anderen die Kosten in keinem Verhältnis zum Nutzen stehen. Nördlich von Bagdad steht ein Gefängnis leer, das für 40 Millionen Dollar errichtet wurde. Im Süden des Landes kann eine 165 Millionen Dollar teure Kinderklinik ihren Betrieb nicht aufnehmen. Und obwohl in Falludscha mit 100 Millionen Dollar das Dreifache des ursprünglich geplanten Betrags für eine Kläranlage ausgegeben wurde, laufen die Abwässer noch immer durch die Straßen.

Der für die Golfregion zuständige Kommandeur des Pionierkorps des US-Heeres, Oberst Jon Christensen, berichtete von über 4.800 Projekten, die seit dem Einmarsch der Amerikaner 2003 fertiggestellt worden seien und 233 weiteren, die nun schnellstmöglich zu Ende gebracht würden. 595 Projekte hätten, meist wegen Sicherheitsbedenken, aufgegeben werden müssen. Christensen räumt ein, dass Fehler gemacht worden seien. Aber “es gibt Grenzen dessen, was wir leisten können“, sagte er. Letztlich komme es darauf an, was die Iraker daraus machten.

Bauruinen verwittern

Und die sind nicht immer glücklich mit den amerikanischen Wohltaten. Zahlreiche Projekte waren nicht mit denjenigen abgesprochen, die sie nachher nutzen sollten. “Anfangs haben wir nicht so eng mit den Leuten zusammengearbeitet, dass wir mitbekamen, was ihre Bedürfnisse waren“, sagte Christensen. Mittlerweile sei die Zusammenarbeit sehr eng. Schaimaa Mohammed Amin, die Vorsitzende des Wiederaufbau- und Entwicklungskomitees der Provinz Dijala, weiß von einem Beispiel aus ihrer Region zu berichten: So wurde eine Honigfabrik gebaut und in Betrieb genommen, obwohl eine Schule und Infrastrukturprojekte viel nötiger gewesen wären. Ablehnen konnten die Iraker solche und andere in ihren Augen ungeeignete Bauten kaum. “Wir wurden fast gezwungen sie anzunehmen“, sagte Amin. Am Ende müssen sie für die Fertigstellung von Gebäuden zahlen, die sie gar nicht wollten. Manchmal weigern sich Ministerien aber auch, Baustellen zu übernehmen. Dann werden die mit Steuergeld errichteten Bauruinen sich selbst überlassen. Sie verwittern langsam, bis sie der Wüstensand wegträgt.

Von Kim Gamel

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