Wikileaks veröffentlicht neue CIA-Enthüllungen

Washington - Internet-Aktivist und Wikileaks-Gründer Julian Assange kann aufatmen: Die Ermittlungen zu Vergewaltigungs-Vorwürfen wurden eingestellt. Unterdessen wurden von Wikileaks neue CIA-Papiere veröffentlicht.

Erneut ist ein Dokument des US-Geheimdienstes CIA an Wikileaks durchgesickert. Die Enthüllungsplattform im Internet veröffentlichte am Mittwoch eine als geheim eingestufte, drei Seiten umfassende Analyse. US-Medien bezeichneten das Papier als wenig brisant und unkonkret. Betrachtet werden mögliche Konsequenzen für den internationalen Anti-Terror-Kampf, wenn US-Bürger im Ausland Anschläge verüben sollten. Das Papier wurde von der CIA-Abteilung “Red Cell“ angefertigt, die nach den Anschlägen vom 11. September entstand. Wikileaks veröffentlichte bereits mehrfach Dokumente dieser internen Expertengruppe.

Unterdessen wurden in Schweden Vorwürfe gegen den Wikileaks- Gründer Julian Assange deutlich relativiert. Bei den Vorwürfen wegen sexueller Übergriffe gegen ihn hat die Staatsanwaltschaft einen Rückzieher gemacht. Oberstaatsanwältin Eva Finné kündigte am Mittwoch die komplette Einstellung aller Ermittlungen zum Vergewaltigungs- Vorwurf einer Frau an. Bei einem zweiten Fall wird der Verdacht “sexueller Belästigung“ zu “Belästigung“ abgeschwächt.

Das ist Afghanistan

Seit dem Sturz der Taliban vor acht Jahren sind Milliarden Hilfsgelder nach Afghanistan geflossen.  © dpa
In dem Land am Hindukusch sind inzwischen mehr als 100.000 internationale Soldaten stationiert.  © dpa
Afghanistan ist jedoch immer noch eines der korruptesten, ärmsten und gefährlichsten Länder der Welt  © dpa
In Afghanistan leben auf einer Fläche, die knapp doppelt so groß ist wie Deutschland, rund 33 Millionen Menschen.  © dpa
Dem Entwicklungsindex (HDI) der Vereinten Nationen zufolge ist Afghanistan derzeit das zweitärmste Land der Welt. Schlechter ist die Lage nur im Niger.  © dpa
Der Index berücksichtigt neben dem Einkommen auch Faktoren wie Kindersterblichkeit, Unterernährung und Bildung.  © dpa
Mehr als 50 Prozent der Afghanen leben Schätzungen zufolge unter der Armutsgrenze.  © dpa
Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt laut Vereinten Nationen bei 44 Jahren (Deutschland: 80 Jahre).  © dpa
Der Durchschnitt der ärmeren Länder liegt laut Weltbank bei 59 Jahren.  © dpa
Auf dem Korruptionsindex 2009 von Transparency International ist Afghanistan weiter zurückgefallen und steht auf dem vorletzten Rang. Noch schlechter ist die Lage nur in Somalia.  © dpa
Die Wirtschaftsleistung (BIP) lag laut Internationalem Währungsfonds (IWF) unter Einberechnung eines Kaufkraftausgleichs 2008 bei 21,4 Milliarden Dollar oder 760 Dollar pro Kopf.  © dpa
Für 2009 rechnet der IWF mit einem BIP von 25,1 Milliarden Dollar.  © dpa
Das Volumen des illegalen Opiumhandels wird von der Weltbank auf ein Drittel des regulären BIP geschätzt.  © dpa
Afghanistan produziert mehr als 90 Prozent des weltweit gehandelten Opiums, woraus Heroin hergestellt wird.  © dpa
Für Projekte der Entwicklungshilfe und des Wiederaufbaus sind von der Bundesregierung von 2002 bis 2010 mehr als 1,2 Milliarden Euro Hilfsgelder zugesagt.  © dpa
Bis Mitte August 2009 wurden davon 830 Millionen Euro ausgezahlt.  © dpa
Damit ist es das größte Empfängerland deutscher Entwicklungshilfe.  © dpa

Assange war mit Wikileaks durch die Veröffentlichung der geheimen US-Dokumente zum Afghanistan-Krieg weltweit bekannt geworden. Sie hatte im Juli das Pentagon auf den Plan gerufen. Zwar stehe in den Dokumenten nichts wirklich Neues, die Veröffentlichung gefährde jedoch US-Soldaten.

Die US-Militärs ermitteln in diesem Zusammenhang auch gegen den Gefreiten Bradley Manning, der die Papiere weitergeleitet haben soll. Ihm wurde bereits vorgeworfen, im Februar ein Video aus einem Kampfhubschrauber im Irak an Wikileaks weitergegeben zu haben. Daten auf seinem Laptop ließen darauf schließen, dass er auch für die Weitergabe der Dokumente aus Afghanistan verantwortlich sei, berichteten US-Medien.

Vorwürfe Teil einer gesteuerten Verleumdungskampagne

Die Stockholmer Anklägerin will bei den weiteren Ermittlungen wegen des Nötigungs-Verdachts nun auch den Wikileaks-Kopf erstmals selbst verhören. Im Rundfunksender SR wollte Finné nicht begründen, warum es jetzt nur noch um “Belästigung“ und nicht mehr um “sexuelle Belästigung“ geht. Die Angaben der Frauen über ihre sexuellen Kontakte mit dem Australier hatten am Wochenende zu einem Haftbefehl geführt, der innerhalb von 24 Stunden ohne Begründung wieder zurückgenommen wurde.

Assange bestreitet die Angaben der Frauen und erklärte in Medien- Interviews von seinem geheimem Aufenthaltsort in Nordschweden aus, die Vorwürfe seien Teil einer von außen gesteuerten Verleumdungskampagne.

dpa

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