Wildkatzen erobern neue Gebiete

Ganz langsam erobert sich die europäische Wildkatze Deutschland als Lebensraum zurück. Bislang galt die Autobahn 2 als unüberwindbare Grenze für das Tier, jetzt haben Förster die Wildkatze auch nördlich der A2 gesichtet.

Wildkatzen erobern neues Terrain. Förster und Wildtierforscher haben im Kreis Helmstedt nördlich der Autobahn A2 eines der seltenen Tiere entdeckt. „Bisher galt die A2 als schwer überwindbare Ausbreitungsbarriere“, erläuterte Dirk Strauch von den Niedersächsischen Landesforsten (NLF) am Dienstag die Bedeutung der Beobachtung. „Die Wildkatze fühlt sich in den bewirtschafteten, aber doch abwechslungsreichen Laub- und Mischwäldern offensichtlich wohl“, lobte Gunter Sodeikat vom Institut für Wildtierforschung in Hannover die naturnahe Waldbewirtschaftung.

Seit anderthalb Jahren liegen die Biologen des Instituts und die Förster der Landesforsten aus Wolfenbüttel auf der Lauer. Raue Holzpflöcke werden in den vermuteten Streifgebieten mit Baldrian besprüht. „Die Tiere können dem Geruch nicht widerstehen, reiben sich an diesen Lockstäben und hinterlassen im günstigen Fall dabei einige Haare“, sagte Strauch.

Gleichzeitig lösten die Wildkatzen dabei eine Fotofalle aus, die zusätzlich ihr Verhalten am Lockstab dokumentiert. Die Haare werden dann bei den ein- bis zweiwöchentlichen Kontrollen vorsichtig mit Pinzetten abgesammelt und zur genetischen Analyse verschickt, erst dann könne man sich sicher sein. Rein optisch seien die Wildkatzen schwer von einem großen, verwilderten Hauskater zu unterscheiden.

Während Hauskatzen aus dem Mittelmeerraum stammen, sind Wildkatzen ursprünglich heimische Tiere. Bis Mitte des 18. Jahrhunderts kamen sie in fast allen deutschen Wäldern vor, später waren sie bis auf wenige Exemplare im Schwarzwald, der Eifel oder im Harz so gut wie ausgestorben. „Die Menschen sahen irrtümlich in ihnen Nahrungskonkurrenten und erlegten viele der Katzen“, sagte Strauch. Doch die Katzen fressen vorzugsweise Mäuse. (lni)

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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