Entwurf setzt auf Registrierpflicht und Sachkundeprüfung

SPD will neues Gesetz: Kein Hund ohne Test 

+
Übt mit ihren Tieren das Pfötchengeben: Hundetrainerin Stefanie Wilke mit ihren Hunden Lena (links ) und Peanut. Wer sich einen Hund anschafft, soll nach dem Willen von Hessens SPD künftig beweisen, dass er seinen Vierbeiner unter Kontrolle hat.

Wiesbaden. Geht es nach der SPD-Fraktion, wird Hessen bald ein neues, modernes Hundegesetz bekommen. Die tierschutzpolitische Sprecherin der Fraktion, Judith Pauly-Bender, erklärte jetzt, warum das nötig sei: Eine halbe Million Hunde leben in Hessen.

Lesen Sie auch

- Pfoten weg: Schokolade ist giftig für Hund und Katze

Viele davon in Familien, in denen sich mehrere Personen um das Tier kümmern. Somit ist schätzungsweise jeder Vierte der rund sechs Millionen Hessen auf den Hund gekommen. Ihnen stehen im Extremfall allerdings auch Hundehasser gegenüber, sodass es des gedeihlichen Miteinanders zuliebe Regeln geben müsse.

Hundehalter, die erstmals einen Hund aufnehmen, sollen künftig einen Nachweis ihrer theoretischen und praktischen Sachkunde erbringen. Nur wer belegen kann, dass er mindestens zwei Jahre einen Hund gehalten hat, muss das nicht. Die SPD hat sich in ihrem Entwurf an das niedersächsische Gesetz angelehnt, das im Juli dieses Jahres in Kraft getreten ist. Es soll die Gefahrenabwehr-Verordnung mit der Rasseliste gefährlicher Hunde weiterentwickeln, so Pauly-Bender. „Wir wollen Aspekte der öffentlichen Sicherheit, der Halterverantwortung und des Tierschutzes vereinen.“

Tiere aus der Region suchen ein Zuhause

Tiere suchen ein Zuhause

Sie hofft, dass es keinen politischen Streit darum gebe. Schließlich werde auch im Innenministerium bereits über eine Änderung der Verordnung nachgedacht. In Niedersachsen hatten CDU, SPD, FDP und Grüne das Gesetz gemeinsam beschlossen. Die Rasseliste habe sich auch nach Ansicht von Experten als wenig wirkungsvoll erwiesen. Der neue Gesetzentwurf definiere gefährliche Hunde daher nach dem individuellen Verhalten eines Hundes. Es gebe wissenschaftliche Erkenntnisse darüber, dass Fehlverhalten von Hunden die Folge fehlerhafter Haltung des Tieres sei.

Der Entwurf setze vor allem auf Prävention, sagte Pauly-Bender. Für die Sachkundeprüfung müsse niemand teure Dienstleister in Anspruch nehmen. Hundevereine, die es überall gebe, könnten solche Prüfungen für geringe Beträge abnehmen.

Versicherung abschließen

Vorgesehen ist zudem eine Chip- und Registrierpflicht, die dem Halter wie auch den Behörden hilft, wenn der Hund abhandenkommt. Pauly-Bender sprach sich außerdem für eine allgemeine Haftpflichtversicherung für Hundehalter aus. Die jährlichen Kosten lägen zwischen 35 und 100 Euro.

Für als gefährlich aufgefallene Hunde soll es nur noch eine Haltererlaubnis geben, wenn die Sozialverträglichkeit des Tieres und die persönliche Eignung des Halters nachgewiesen würden. Die meisten Halter, so die SPD-Politikerin, hätten den Wunsch, dass ihr Tier gut erzogen ist und sich in der Öffentlichkeit angemessen verhält: „Wir wollen eine gute Regelung schaffen für ein Alltagsthema, das viele Menschen betrifft.“

Von Petra Wettlaufer-Pohl

Schlagworte zu diesem Artikel

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.