Unternehmen motivieren ihre Mitarbeiter mit eigenen Songs – In Krisenzeiten gefragt

Wir-Gefühl mit Firmenlied

Repräsentieren ihr Unternehmen: Die Dixieland-Band „All Stars“ der Firma Bosch gründete sich im Jahr 1993 anlässlich einer Benefizveranstaltung der Robert Bosch Stiftung. Sie spielen Blues- und Swingtitel aus den 1920er, 1930er und 1940er Jahren. Foto: Bosch

Kassel. Bei der Deutschen Bahn ziehen alle an einem Strang, bei der Post-Tochter DHL freut man sich, dass es Packstationen gibt, und bei der Supermarktkette Kaiser’s Tengelmann sind die Kunden gut gelaunt, weil man mehr als Discount anbietet. Das jedenfalls wird in eigenen Firmenliedern erzählt.

Sie dienen zur Motivation der Mitarbeiter, sollen Teamgeist und die Identifikation mit dem Unternehmen stärken.

Fluggesellschaft Air Berlin. Das Lied mit den Zeilen „Flugzeuge im Bauch, im Blut Kerosin, kein Sturm hält sie auf, unsere Air Berlin“ war 2006 ein Geschenk des Nürnberger Airports. „Dieses Lied hat Air Berlin als Firmenhymne damals übernommen“, bestätigt ein Sprecher. Bis 2010 lief es auch als Warteschleifenmusik.

Rudi Maier, Kulturwissenschaftler und Firmenhymnen-Forscher von der Fachhochschule St. Gallen, schätzt die Zahl der Firmenlieder auf mehrere Tausend. Oft würden die Tradition, die Zugehörigkeit der Mitarbeiter und die gute Laune besungen. „Wenn das im Alltag so ist, dann funktioniert das auch über das Lied. Und wenn das nicht so ist, geht der Schuss natürlich nach hinten los“, sagt Maier.

Die Mitarbeiter der Brauerei Warsteiner besingen sich zum Beispiel so: „Warsteiner, das heißt Leidenschaft, so haben wir es weit geschafft. Ein Team wie wir, das gibts nur hier.“ Laut Sprecherin Christiane Willeke wurde das rockige Lied vor ein paar Jahren eingesungen und wird auch heute noch auf Mitarbeiterpartys gespielt. „Das war eine Motivationsveranstaltung“, sagt sie. Und bei den meisten sei das Lied gut angekommen.

Singen in Krisenzeiten

Firmen-Lieder

- Warsteiner Brauerei

- BMW-Group

- EDEKA

- TuiFly

- DHL

- Kaiser’s Tengelmann

- Kaufland

- Deutsche Bahn

- Air Berlin

Firmenhymnen sind oft in Krisenzeiten gefragt, sagt Wissenschaftler Maier. „Denn in der Krise werden wir alle aufgefordert, mehr zu leisten - und das ist Thema dieser Lieder.“ Der Autokonzern BMW und die Supermarktkette Edeka haben Lieder hingegen als Möglichkeit entdeckt, Praktikanten anzuwerben. BMW nutzt in dem Lied auch gleich die Gelegenheit, um mit dem Vorurteil aufzuräumen, dass im Unternehmen nur arrogante Anzugsträger arbeiten. Den Text lieferte ein Auszubildender des Konzern. Der Edeka-Song „Geh deinen Weg“ erzählt dem Zuhörer, wie groß die Berufschancen in der Einzelhandelsbranche sind.

Die Konzerne Toshiba und Bosch sind sogar noch einen Schritt weiter gegangen und haben eigene Symphonie-Orchester aus Mitarbeitern zusammengestellt. Das Orchester der Robert Bosch GmbH wurde bereits 1934 gegründet. Es besteht derzeit aus 83 Musikern. Daneben besteht seit 1993 eine sechsköpfige Dixieland-Band. Mehr Wir-Gefühl in der Firma scheint nicht möglich. (dpa/flq)

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