Die Grünen sind im Aufwind – Wahlkampfthema Nahverkehr soll Stimmen bringen

„Wir wollen zweistellig werden“

Im Wahlkampf: Jürgen Trittin. Archivfoto: dpa

Hannover. Die grünen Ziele sind hoch gesteckt, enthalten aber auch eine kleine Euphorie-Bremse. „Wir wollen zweistellig werden“, verkündete Grünen-Landeschefin Anja Piel die Vorgabe für die Kommunalwahl am 11. September.

Die Zahl der Mandate in Gemeinden, Städten und Kreisen solle um 400 bis 500 steigen. 2006 kamen die Grünen auf 7,8 Prozent, das reichte für 1000 Mandate. Der Fraktionschef der Bundestags-Grünen, Jürgen Trittin, unterstrich gestern in Hannover die Bedeutung der Kommunen bei der Energiewende.

Bevor Trittin allerdings ins Detail gehen konnte, war er als Bundespolitiker in Sachen Euro-Krise gefragt. Genüsslich lobte er Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) für dessen Kritik am Krisenmanagement der jetzigen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

„Kohl hat recht“, meinte der Grüne. Zügige und unideologische Schritte seien zur Rettung der gemeinsamen Währung unabdingbar. „Es darf nicht weiter totverhandelt werden.“ Man müsse die Finanzspekulationen gegen einzelne Staaten mit gemeinsamen EU-Anleihen stoppen.

Nach diesem Ausflug in die weite Welt Europas stiegen Trittin, Piel und deren grüner Co-Vorsitzender Jan Haude in einen grünen Linienbus der hannoverschen Verkehrsgesellschaft Üstra.

Das dieselgetriebene Gefährt (Euronorm 5) hatte der grüne Landesverband kurzerhand samt Fahrer für einen Kurztrip durch die Landeshauptstadt zum Alternativenergie- Dienstleister AS Solar gemietet. Schließlich ist der öffentliche Nahverkehr eines der grünen Anliegen im Kommunalwahlkampf. „Wir sorgen für Ihre Beförderung“, heißt ein Plakatmotiv; bezahlbare Tarife sowie gute Verbindungen gerade auf dem Land lauten die Forderungen.

Mit diesen wollen die Grünen ihre Stimmanteile in den Räten deutlich steigern. Bei 14 Direktwahlen von Bürgermeistern und Landräten treten die Grünen mit eigenen Kandidaten an, darunter die drei grünen Amtsinhaber Willy Hollatz in Lilienthal, Uwe Sternbeck in Neustadt am Rübenberge und Charly Abrahms Bad Harzburg.

Auf konkrete Prozentspielchen wollte sich die Landesvorsitzende freilich nicht einlassen; sie mahnte Basis und Anhängerschaft vielmehr davor, angesichts der guten Umfragewerte die Hoffnungen nicht allzu hoch zu schrauben.

„Macht Eure Listen länger“

Andererseits will man bei einem Superwahlergebnis nicht dumm, also ohne die entsprechenden Mandatsträger, dastehen. „Macht eure Listen länger“, lautete daher die Parole für die Kandidatenauswahl.

Für weiteren Erfolg soll die Energiewende vor Ort sorgen. Trittin forderte auch in Niedersachsen ein Klimaschutzgesetz nach dem Vorbild anderer Bundesländer. Dann wäre Dämmschutz an öffentlichen Gebäuden Pflichtaufgaben einer Kommune.

Von Peter Mlodoch

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