Schule soll 800 000 Euro zurückzahlen - Ex-Präsident Jahns Opfer einer Intrige?

EBS wird trotz Skandalen zur Universität

Der ehemalige EBS-Präsident Christopher Jahns (Mitte) und seine Anwälte Lutz Hoppe (links) und Alfred Dierlamm gestern im Arbeitsgericht Wiesbaden vor Prozessbeginn.

Wiesbaden. Die private „European Business School“ (EBS) im Rheingau kommt nicht aus den Schlagzeilen. Erst randalierten betrunkene Studierende im Rheingau, dann wurde der ehrgeizige junge Präsident Christopher Jahns (41) vom Hof gejagt, weil er öffentliche Gelder veruntreut haben soll.

Allerdings gibt es auch positive Neuigkeiten für die EBS: Am 19. September nämlich will Hessens Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) der Hochschule den heißt ersehnten Titel „Universität für Wirtschaft und Recht“ verleihen. Dann nämlich wird die zweite Fakultät der EBS, die speziell Wirtschaftsjuristen ausbilden soll, ihren Betrieb aufnehmen.

Für den Aufbau dieser Fakultät hatte das Land 24, 7 Millionen Euro zugesagt, 17 Millionen sind bereits geflossen. Im Frühjahr tauchten Zweifel daran auf, ob die Gelder nur dafür genutzt worden waren.

Verwendung geprüft

Jahns (41) geriet zudem in Verdacht, 180 000 Euro zugunsten einer Firma veruntreut zu haben, an der er beteiligt war. Er wurde zwischenzeitlich sogar verhaftet. In diesem Fall ermittelt die Staatsanwaltschaft noch, im April wurde Jahns von der EBS entlassen.

Wirtschaftsprüfer haben inzwischen herausgefunden, dass die Verwendung von fast 1,5 Millionen Euro fragwürdig sei, so Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU/Kassel). So sei etwa die Abfindung des ehemaligen Kanzlers aus Landesmitteln gezahlt worden. Unzweifelhaft seien 800 000 Euro falsch verwendet worden, diese fordert das Land inzwischen zurück.

Jahns klagte gegen seine Kündigung, er hielt die Vorwürfe ohnehin von Anfang an für eine Intrige anderer EBS-Mitarbeiter. Der Prozess vor dem Wiesbadener Arbeitsgericht dauert noch an, im September soll der Prozess wegen der Veruntreuung von 180 000 Euro am Landgericht beginnen.

Inzwischen berichtete allerdings der „Wiesbadener Kurier“, dass es möglicherweise wirklich eine „Verschwörung“ gegen Jahns gegeben habe. Dann hätten wohl andere der Hochschule Schaden zugefügt. Politiker von CDU und FDP forderten deshalb den EBS-Aufsichtsrat auf, die Dinge aufzuklären.

Von Petra Wettlaufer-Pohl

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