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WM-Vergabe nach Katar ist ein „sportpolitischer Sündenfall“

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Von: Moritz Serif

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Der offizielle WM-Botschafter für Katar, Khalid Salman, findet, Homosexualität sei „a damage in the mind“. Daraufhin wird das Interview angebrochen.
Der offizielle WM-Botschafter für Katar, Khalid Salman, findet, Homosexualität sei „a damage in the mind“. Daraufhin wird das Interview angebrochen. © Mateusz Smolka/ZDF

Die WM habe niemals nach Katar vergeben werden dürfen, sagt Niedersachsens Innen-und Sportminister Boris Pistorius.

Hannover – Gut eine Woche vor dem Start der Fußball-Weltmeisterschaft in Katar hat Niedersachsens Innen- und Sportminister Boris Pistorius (SPD) seine Kritik an der Vergabe in den Wüstenstaat durch den Weltfußballverband Fifa bekräftigt. Die Entscheidung zugunsten des Emirats sei ein „sportpolitischer Sündenfall“, sagte Pistorius der Braunschweiger Zeitung.

„Ich habe nie verstanden, warum man eine WM vor Weihnachten ausrichtet, in einem Land, in dem es schlichtweg zu heiß für diesen Sport ist“, erläuterte der Minister. Jetzt müssten die für Milliardengelder neu gebauten Stadien heruntergekühlt werden, damit die Fußballer überhaupt spielen könnten.

WM in Katar: Niedersachsens Sportminister Pistorius äußert sich

Zur Menschenrechtslage in dem Emirat sagte Pistorius, er sehe einige positive Entwicklungen. Dennoch habe die WM niemals nach Katar vergeben werden dürfen. „Mein Interesse an dieser WM ist deutlich geringer als bei allen Weltmeisterschaften vorher.“
Pistorius verwahrte sich zudem gegen den Vorwurf einer „deutschen Doppelmoral“.

Das Ja zum katarischen Gas und der diplomatischen Hilfe des Landes nach der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan müsse losgelöst von der Frage der Vergabe einer Fußball-WM dorthin gesehen werden. „Das ist etwas völlig anderes.“ Die WM in Katar beginnt am 20. November und läuft bis zum 18. Dezember.

Katarischer Ex-Nationalspieler hat Probleme damit, wenn Kinder Schwule sehen

Der Ex-Nationalspieler Khalid Salman sorgte in der Dokumentation „Geheimsache Katar“ für einen Skandal, als er sagte, dass während der WM „viele ‚Dinge‘ ins Land“ kommen würden, auch wolle er „über Schwule reden“: „Das wichtigste ist doch: Jeder wird akzeptieren, dass sie hier herkommen. Aber sie werden unsere Regeln akzeptieren müssen“, erklärte der 60-Jährige.

Vor allem habe er große Probleme damit, wenn Kinder Schwule sähen, ergänzte Salman. Denn diese würden dann etwas lernen, was nicht okay sei. In seinen Augen sei Schwulsein „haram“, also verboten. Dann legte der ehemalige Profi noch nach: „Es ist ein geistiger Schaden“, fügte er vor laufender Kamera hinzu. Daraufhin brach der Pressesprecher des WM-Organisationskomitees das Interview ab. Der Queerbeauftragte forderte daraufhin einen WM-Boykott. (mse/dpa)

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