Woher kommt der Hass? Ein Kommentar zu den Anschlägen in Norwegen

Oslo. Fast 100 Tote haben die Anschlägen von Oslo und Utøya gefordert. Taten wie diese machen sprachlos. HNA-Politikredakteur fragt: Woher kommt der Hass? Ein Kommentar.

HNA-Politikredakteur Wolfgang Blieffert

Seien wir ehrlich: Terroranschläge erregen uns nicht mehr wirklich, zu lang ist inzwischen die Liste der Tatorte. Und die Formeln vom tiefen Entsetzen, von verabscheuungswürdigen Verbrechen und sinnlosen Taten sind letztlich nur Ausdruck von professioneller Routine, für die Gewöhnung an das Grauen, für ein gewisses Abstumpfen der Gefühle.

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Bei den Morden von Oslo und Utøya scheint das anders zu sein. Nicht wegen der Dimension der Anschläge, die erleben wir im Irak oder in Pakistan fast wöchentlich.

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Nein, mir scheint, es ist vor allem das jugendliche Alter der Opfer, das die Betroffenheit so groß macht. Sie hatten das Leben noch vor sich, debattierten im Feriencamp und engagierten sich für die Zukunft in einer besseren Welt. Nun sind über 80 von ihnen tot. Und die Überlebenden müssen versuchen, mit der schrecklichen Erinnerung zurechtzukommen. Das wird, so steht zu befürchten, nicht allen gelingen. Und dann ist da noch Anders Breivik, der gnadenlose Killer.

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Die Frage nach seinen Motiven bleibt offen: Woher dieser abgrundtiefe Hass auf die Arbeiterpartei und ihre Jugend? Woher diese unbändige Wut auf ein wohlhabendes Land mit seinen relativ geringen sozialen Problemen? Plausible Antworten gibt auch das „Manifest“ des selbst ernannten Retters Europas und Tempelritters gegen den Islam nicht. Das krude und wirre Gedankengut des Attentäters lässt uns deshalb in gewisser Weise hilflos zurück. Gerade das aber bleibt beunruhigend.

Von Wolfgang Blieffert

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