SPD wählt neuen Landeschef

Weg für Platzeck-Nachfolger Woidke frei

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Matthias Platzeck (r.) gratuliert Dietmar Woidke, dem neuen SPD Landesvorsitzenden Brandenburgs

Berlin - Brandenburgs SPD hat Innenminister Dietmar Woidke (SPD) nach dem Rücktritt von Matthias Platzeck zum neuen Landesvorsitzenden gewählt.

Für Woidke stimmten am Montag bei einem außerordentlichen Landesparteitag in Potsdam 95,8 Prozent. Platzeck hatte bei seiner Wahl zum SPD-Landeschef im September 2012 93,5 Prozent der Delegiertenstimmen erhalten.

Woidke ist seit drei Jahren Brandenburger Innenminister und will sich am Mittwoch im Landtag ohne Gegenkandidat als Platzecks Nachfolger im Amt des Ministerpräsidenten zur Wahl stellen. Er gehört dem Landtag fast zwanzig Jahre an und war vor seiner Zeit als Innenminister fünf Jahre lang Agrar- und Umweltminister.

Der 51jährige betonte, er werde auch "weiter mit sehr klarer Kante allen Nazis und Rassisten entgegentreten", die das Zusammenleben bedrohten. In Brandenburg dürften Rechtsextreme "kein Bein auf den Boden bekommen". Brandenburg müsse ein offenes Land, ein Land der Toleranz sein.

Woidke kündigte an, die Koalition mit der Linkspartei fortzusetzen, sollte er am Mittwoch vom Landtag zum Ministerpräsidenten gewählt werden. Die rot-rote Koalition arbeite nach Startproblemen mittlerweile erfolgreich.

Platzeck hatte den Brandenburger SPD-Landesverband 13 Jahre lang geführt. Der 59-Jährige sagte in seiner Abschiedsrede am Montag, das gesundheitliche Risiko, sein Amt nach dem Schlaganfall mit hoher Arbeitsbelastung fortzusetzen, sei zu groß. Er müsse "ein paar Gänge herunterschalten", auch wenn es ihm nicht leicht falle. Brandenburg brauche sowohl einen Ministerpräsidenten als auch einen SPD-Landeschef, der gesundheitlich "topfit" sei. Er wolle seine berufliche Schlagzahl herunterfahren und am Mittwoch auch vom Amt des Ministerpräsidenten zurücktreten, das er 2002 von seinem Vorgänger Manfred Stolpe übernommen hatte.

Platzeck kündigte an, sein Abgeordnetenmandat im Landtag weiterhin wahrzunehmen. Brandenburg ist das einzige ostdeutsche Bundesland, in dem die SPD seit der Wiedervereinigung durchgehend alle Regierungen führt. Im Herbst 2014 finden dort Landtagswahlen statt. Die Landes-SPD kommt in aktuellen Umfragen auf 35 Prozent. Sie regiert seit 2009 in einem rot-roten Bündnis mit der Linkspartei.

afp

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