Hier ist das Beweisfoto

Lüneburger Heide: Wolf-Welpen tappen in Foto-Falle

+
Die Vermutung ist zur Gewissheit geworden: In der Lüneburger Heide gibt es Wolfswelpen. Die wohl seit hundert Jahren ersten in Niedersachsen geborenen Wölfe tappten in eine Fotofalle.

Munster. Dort, wo sich sonst „Marder“ und „Leopard“ durch das Gelände des Truppenübungsplatzes wühlen, spazieren munter junge Wölfe umher. Die nur zeitweise dort fahrenden und lärmenden Panzer-Ungetüme konnten die Sensation nicht verhindern.

In der Heide sind erstmals seit 150 Jahren Wolfswelpen in freier Wildbahn geboren worden. Jetzt gibt es auch einen stichfesten Beweis: Die jungen Wölfe tappten mit ihren Eltern in die Fotofalle.

Über die Wolfswelpen jubelt nicht nur die Wolfsbeauftragte der Landesjägerschaft Niedersachsen, Britta Habbe, sondern auch Umweltminister Stefan Birkner und Nabu-Landesvorsitzender Dr. Holger Buschmann. Der findet die passenden Worte: „Wir haben es erhofft, und wir haben die Anzeichen der vergangenen Wochen mit Spannung verfolgt. Jetzt sind wir sehr glücklich.“

Immer wieder war zuletzt von jungen Wölfen in der Lüneburger Heide berichtet, oder waren Spuren wie Wolfsfährten entdeckt worden. Einen sicheren Beweis für die Existenz der Jungtiere aber gab es noch nicht. Die Fotofalle und die Bilder von Herbert John brachten diesen und sorgen auch sonst für Entzücken.

„Mit diesen tollen Bildern machen die Wölfe die beste Werbung für sich. Das wird bei den Menschen die Akzeptanz für die Wiederkehr dieser Tiere in Niedersachsen und für unser Wolfskonzept erhöhen“, sagt Umweltminister Stefan Birkner.

Hätten Sie es gewusst? So alt werden Tiere

Hätten Sie es gewusst? So alt werden Tiere

Die niedersächsische Wolfsfamilie ist das 15. Rudel in Deutschland und das bislang am weitesten westlich lebende, teilt der Naturschutzbund mit. Wölfe vermehren sich nach den Erkenntnissen der Naturschützer seit 2000 wieder in Deutschland.

Für den Nabu ist die die Rückkehr des Wolfes eine „beispiellose Erfolgsgeschichte des Artenschutzes“. Dahinter verbirgt sich auch eine Portion Eigenlob, denn der Nabu begleitet die Rückkehr freilebender Wölfe in Deutschland seit acht Jahren mit dem Informations- und Forschungsprojekt „Willkommen Wolf“. Die Aufklärungskampagnen, wissenschaftliche Untersuchungen und nun die Fotos der Welpen werden dazu beitragen, dass der finstere Ruf des Wolfes als Räuber und Mörder – geprägt von alten Schauergeschichten und Märchen – widerlegt wird.

Die Herkunft der niedersächsischen Wölfe ist derweil nicht ganz klar: Genetische Analysen von Kotproben sollen demnächst neue Erkenntnisse darüber bringen. Als wahrscheinlich gilt, dass das Muttertier der Welpen aus einem Rudel in Sachsen stammt.

Die Welpen aus der Heide werden ihre Mutter spätestens als Zweijährige verlassen, um sich ein neues Revier zu suchen – vielleicht noch weiter westlich in Niedersachsen.

Von Thomas Kopietz

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.