USA wollen vor Kopenhagen Klimaziel vorlegen

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Wie die “New York Times“ am Dienstag berichtete, wird Präsident Barack Obama diese Zielvorgabe “in den kommenden Tagen“ bekanntgeben.

Washington - Positives Signal aus den USA: Die Regierung will nach Medienberichten vor dem Kopenhagener Klimagipfel erstmals Zahlen über die geplante Reduzierung der Treibhausgase vorlegen.

Wie die “New York Times“ am Dienstag berichtete, wird Präsident Barack Obama diese Zielvorgabe “in den kommenden Tagen“ bekanntgeben. Bislang wollte die US-Regierung kein Emissionsziel nennen, um dem Kongress nicht vorzugreifen. Unterdessen wurde bekannt, dass der weltweite Ausstoß von Treibhausgasen trotz aller Bemühungen im Kampf gegen den Klimawandel immer weiter zunimmt. In den USA steckt ein geplantes Klimagesetz derzeit im Senat fest. Das Repräsentantenhaus stimmte über seine Version aber bereits ab. Beide Zielvorgaben liegen deutlich unter denen der EU.

Obama werde den Stand der Gesetzgebung berücksichtigen, wenn er sich zu dem Reduktionsziel äußere, hieß es weiter. “Welche Zahl wir auch immer auf den Tisch legen, sie wird sich auf das nach unserer Meinung zu erwartende Ergebnis des Gesetzgebungsprozesses beziehen“, zitiert das “Wall Street Journal“ einen Regierungsbeamten. Möglich sei auch, dass die US-Regierung einen Zielkorridor nenne statt einer einzelnen konkreten Zahl, berichtete die “New York Times“. Die im Juni verabschiedete Vorlage des Repräsentantenhauses beinhaltet, dass bis zum Jahr 2020 die Treibhausgase um 17 Prozent unter das Niveau des Jahres 2005 reduziert werden. Der Entwurf eines Senatsausschusses, der vorigen Monat gebilligt wurde, sieht eine Verringerung um 20 Prozent vor.

Allerdings wird erwartet, dass diese Vorgabe im Laufe der Verhandlungen nicht standhält. Zudem gilt allgemein 1990 als Referenzjahr. So gerechnet würden die USA sich nur zu einer Reduzierung um wenige Prozentpunkte verpflichten, da der CO2-Ausstoß seit 1990 um 15 Prozent gestiegen ist. Die EU will den Ausstoß gegenüber 1990 um mindestens 20 Prozent reduzieren. Obama wolle zudem in den nächste Tagen entscheiden, ob er selbst zu der Klimakonferenz reist, hieß es aus dem Weißen Haus weiter. Der Präsident hatte bereits erklärt, nur nach Kopenhagen kommen zu wollen, wenn seine Anwesenheit eine Vereinbarung fördere. Vor zwei Wochen hatten sich beim Gipfel des Asien-Pazifik-Forums APEC in Singapur aber die maßgeblichen Teilnehmer darauf geeinigt, bei der Konferenz kein juristisch bindendes Abkommen zur Verminderung der CO2-Emissionen anzustreben, sondern nur noch eine politische Erklärung.

Wie wichtig ein bindendes Klimaabkommen ist, belegen neue Zahlen der Weltwetterorganisation (WMO). Demnach ist die Konzentration an Kohlendioxid (CO2) im vergangenen Jahr weiter und stärker als in den 90er Jahren gestiegen. CO2 gilt als Hauptverursacher für die Klimaerwärmung. Einer neuen Studie zufolge der WMO zufolge hatten langlebige Treibhausgase wie Kohlendioxid oder Methan im Jahr 2008 ihren höchsten Anteil in der Atmosphäre seit 1750. Die Werte stammen von rund 200 Wetterstationen auf der ganzen Welt. “Wir sehen uns dem pessimistischsten Szenario gegenüber“, sagte WMO-Generalsekretär Michel Jarraud am Montag in Genf. “Kinder leiden am meisten unter dem Klimawandel“, betonte das UN- Kinderhilfswerk UNICEF am Dienstag in Köln.

Der Klimawandel stelle auch Fortschritte bei der Senkung der Kindersterblichkeit wieder infrage. Von klimabedingten Naturkatastrophen sind heute jährlich 175 Millionen Kinder weltweit betroffen, im Jahr 2015 werden es nach UNICEF-Schätzungen schon 375 Millionen Jungen und Mädchen sein. Klimawandel und Erderwärmung beschleunigten zudem die Ausbreitung von Malaria, Durchfall und Mangelernährung, die vor allem für Kinder unter fünf Jahren lebensgefährlich seien.

dpa

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