Wulff ließ sich von Zentis einladen

Hannover - Der niedersächsischen Landtag berät über einen Untersuchungsausschuss zur Causa Wulff. Unterdessen wurde ein weiterer Hotelaufenthalt bekannt, zu dem das Ehepaar Wulff sich einladen ließ.

In einer ersten Beratung wollen sich die Abgeordneten des niedersächsischen Landtags über die von der Linken geforderte Einsetzung eines Untersuchungsausschusses verständigen. Eine Abstimmung ist aber erst für Februar geplant. Die nötige Stimmenzahl für eine Einsetzung eines solchen Ausschusses ist nicht sicher.

Derweil wollen die Ermittler nach der Durchsuchung von Privaträumen des früheren Wulff-Sprechers Olaf Glaeseker die sichergestellten Computerdateien und Dokumente auswerten. Gegen den 50-jährigen Glaeseker wird wegen Bestechlichkeit ermittelt. Die Fahnder verschafften sich auch Zugang zu Räumlichkeiten des Eventmanagers Manfred Schmidt, der zu Wulffs Ministerpräsidentenzeit enge Kontakte zur Staatskanzlei gehabt haben soll und der Bestechung Glaesekers verdächtigt wird. Glaeseker wird verdächtigt, Durchführung und Finanzierung der von Schmidt ausgerichteten Veranstaltungsreihe Nord-Süd-Dialog gefällig gefördert und im Gegenzug kostenlose Urlaube in Feriendomizilen von Schmidt verbracht zu haben. Glaesekers Anwalt kündigte an, die Vorwürfe nach Akteneinsicht zu entkräften.

Christian Wulffs politisches Leben in Bildern

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Wulff hatte Glaeseker als Sprecher ins Präsidialamt mitgenommen, ihn mitten in seiner Kreditaffäre vor Weihnachten aber entlassen, ohne Gründe anzugeben. Wulff steht seit Mitte Dezember wegen eines günstigen Hauskredits, wegen Urlauben bei vermögenden Freunden und wegen seines Umgangs mit den Medien in der Kritik.

Die Münchner “Abendzeitung“ machte einen weiteren Fall bekannt. Demnach hat sich Wulff einen Ausflug zum Deutschen Filmball 2010 in München vom Marmeladen-Konzern Zentis samt Übernachtung im Bayerischen Hof finanzieren lassen. Wulffs Anwalt Gernot Lehr bestätigte den Filmball-Besuch am Donnerstag auf Anfrage. Die Bezahlung der Übernachtung sei im Einklang mit den neuen Durchführungsregelungen zum niedersächsischen Ministergesetz gewesen.

Nach Darstellung von Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) hat der Bundespräsident die offenen Fragen beantwortet. “Wulff wird das Vertrauen, das zum Teil verloren gegangen ist, auch wieder zurückgewinnen“, sagte er der “Passauer Neuen Presse“ (Freitag). “Nach meiner Einschätzung ist das Amt des Bundespräsidenten selbst nicht beschädigt.“

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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