Wulff: Opposition fordert Merkel zum Handeln auf

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Thomas Oppermann ist SPD-Fraktionsgeschäftsführer.

Berlin - Die SPD fordert von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ein Einschreiten in der Anruf-Affäre um Bundespräsident Christian Wulff. Für die Linke hat Bundespräsident Christian Wulff jeden Kredit verspielt.

Die SPD fordert von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ein Einschreiten in der Anruf-Affäre um Bundespräsident Christian Wulff. “Wenn Frau Merkel ein Interesse hat, dieses scheinheilige Schauspiel zu beenden, dann sollte sie Christian Wulff davon überzeugen, der Veröffentlichung zuzustimmen“, sagte SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann am Donnerstag in Berlin. Kurz zuvor hatte Wulff eine Veröffentlichung des Wortlauts seines Anrufs bei “Bild“-Chefredakteur Kai Diekmann abgelehnt.

Wulff-Interview: So reagieren Parteien und Medien

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“Christian Wulff tut nichts, um die Vorwürfe gegen ihn zu entkräften“, sagte Oppermann. “Ob er gelogen hat oder nicht, kann nur eine Veröffentlichung der Mailbox beweisen.“ Er habe kein Verständnis dafür, dass Wulff am Mittwoch in seinem Fernsehinterview Transparenz ankündigt habe und nun die erste Chance dafür verstreichen lasse.

Die “Bild“-Zeitung hatte Wulff um Zustimmung gebeten, die Worte Wulffs auf der Mailbox zu veröffentlichen. Hintergrund waren umstrittene Äußerungen Wulffs im Interview mit ARD und ZDF, wonach es ihm bei dem Anruf nicht darum gegangen sei, eine Berichterstattung über seinen Hauskredit zu verhindern, sondern diese nur um einen Tag zu verschieben. Die “Bild“ hingegen ist der Ansicht, Wulff habe die Berichterstattung verhindern wollen und wollte daher durch die Veröffentlichung des Wortlauts Transparenz in dem Streit herstellen.

Linke: Wulffs Glaubwürdigkeit auf dem Nullpunkt

Für die Linke hat Bundespräsident Christian Wulff jeden Kredit verspielt. “Bundespräsident Wulff hat seine Glaubwürdigkeit endgültig auf den Nullpunkt gebracht“, sagte Fraktionsvize Ulrich Maurer am Donnerstag in Berlin mit Blick auf Wulffs Ablehnung einer Veröffentlichung seines “Bild“-Anrufs.

“Wer Transparenz verspricht und sie dann fortlaufend bricht, wer einen Fehler mit einer Halbwahrheit aus der Welt zu schaffen versucht, wer hinter seinem Amtsverständnis so weit zurückbleibt, dass er sich nichtmal mehr dahinter verstecken kann - der ist (...) für das Amt des Bundespräsidenten vollkommen ungeeignet“, so Maurer.

“Das Land hat besseres verdient als einen Kreditschnäppchen jagenden Präsidenten, der unliebsame Berichterstattung per Drohanruf unterbinden will“, sagte der Linke-Politiker. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) müsse Wulff klar machen, dass seine Amtszeit zu Ende sei.

dpa

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