Ingenieursabschluss beliebt

Zahl der ausländischen Studenten in Deutschland nimmt zu

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Studieren in Deutschland: Immer mehr Kommilitonen kommen aus den EU-Ausland. Besonders in den südeuropäischen Krisenländern sehen viele keine Zukunft. Die Spanierin Irene Martin Samarin studiert in Wismar Produktdesign.

Ausländer mit deutschen Hochschulabschluss gliedern sich gut in den deutschen Arbeitsmarkt ein. Überdurchschnittlich viele von ihnen haben einen Ingenieurabschluss. Seit Beginn der Krise in Südeuropa kommen immer mehr Studenten aus dieser Region nach Deutschland.

Rafail Vlachas kommt aus Ioannina in Griechenland. Er studiert an der TU München Elektrotechnik. Sein Spezialgebiet: Automatisierung. Damit ist er für Unternehmen wie BMW sehr interessant. Denn Fachkräfte in diesem Bereich fehlen in Deutschland. Der 20-Jährige gehört zu den 22 Prozent der sogenannten Bildungsausländer, die einen Ingenieurabschluss anstreben. Nur 17 Prozent der einheimischen Studenten haben dasselbe Ziel.

Damit leisten die Bildungsausländer laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln (IW) einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung in Deutschland. Fast die Hälfte der ausländischen Studenten, die zwischen 2001 und 2010 an einer deutschen Hochschule ihren Abschluss gemacht haben, lebten im Jahr 2011 noch in der Bundesrepublik. Das sind laut IW deutlich mehr als bisher angenommen.

Durch die Krise in Südeuropa könnte sich dieser Trend in Zukunft noch verstärken. Studierende aus dem EU-Ausland können sich an deutschen Unis genauso bewerben, wie einheimische. Es gibt keine Quote. „Die Studienbedingungen in Griechenland sind deutlich schlechter“, sagt Rafail Vlachas aus München. Es gebe weniger Personal und Lernmaterialien. Vlachas möchte nach seinem Studium in Deutschland bleiben. Mit seinem Umzug ist er nicht allein: Vor allem aus den Krisenländern Griechenland, Spanien, Portugal und Italien kommen mehr Studenten an die deutschen Hochschulen. 7000 Studenten aus diesen Ländern haben sich laut Statistischem Bundesamt im Wintersemester 2012/13 an den deutschen Unis eingeschrieben. Zwei Jahre zuvor waren es noch 5600. Sorgen, dass Studierende aus den EU-Krisenländern deutsche Hörsäle noch mehr überfüllen und damit die Lehre verschlechtern könnten, gibt es nicht. „Ich habe keinen Hinweis darauf, dass es bislang zu Problemen bei den Kapazitäten oder in der Lehre gekommen ist“, sagt Professor Horst Hippler, Präsident der Hochschulrektorenkonferenz.

Der Anteil Studierender aus den EU-Krisenländern an der Gesamtzahl der Studierenden in Deutschland lag laut Statistischem Bundesamt 2012 bei unter einem Prozent. Auch nur 1,4 Prozent der Studienänfänger kamen aus besagten Krisenländern.

Von Jonathan Vorrath

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