Zahl der Einbürgerungen leicht gestiegen

Wiesbaden - In Deutschland bekommen immer mehr Ausländer einen deutschen Pass - die Zahl der Einbürgerungen liegt aber im Vergleich zu früheren Jahren nach wie vor auf niedrigem Niveau.

Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Mittwoch berichtete, wurden im vergangenen Jahr knapp 106 900 Ausländer eingebürgert. Das waren 5300 mehr als im Jahr zuvor.

“Im großen Vergleich ist das immer noch niedrig“, sagte eine Sprecherin des Bundesamtes. Denn seit Einführung des neuen Staatsangehörigkeitsrechts im Jahr 2000 war die Zahl vorübergehend unter 100 000 gefallen und hatte 2008 mit 94 500 einen Tiefpunkt erreicht. Seitdem ist sie wieder leicht und stetig gestiegen.

Eingebürgerte Ausländer waren im Schnitt 30 Jahre alt und lebten seit fast 16 Jahren in Deutschland. Am häufigsten erhielten auch im vergangenen Jahr Menschen aus der Türkei einen deutschen Pass. “Ihr Anteil an allen Einbürgerungen entsprach mit 26 Prozent ungefähr dem Anteil der türkischen Staatsangehörigen an allen in Deutschland lebenden Ausländern“, berichteten die Statistiker. Zahlreiche eingebürgerte Ausländer stammten auch aus dem ehemaligen Serbien und Montenegro sowie den Nachfolgestaaten, aus dem Irak und aus Polen.

Einbürgerungspotenzial nicht ausgeschöpft

Die meisten von ihnen durften im vergangenen Jahr Deutsche werden, weil sie seit mindestens acht Jahren in Deutschland lebten (78 700). An zweiter Stelle standen die Miteinbürgerungen von Ehegatten und Kindern (10 800). Tausende ließen sich auch wegen des deutschen Partners einbürgern (rund 7000).

Allerdings hätten wesentlich mehr Ausländer diese Voraussetzungen erfüllt: Nur knapp 2,3 Prozent der Betroffenen haben nach Angaben der Statistiker die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen. Dieses sogenannte Einbürgerungspotenzial errechnet sich aus dem Verhältnis der Einbürgerungen zur Zahl jener Ausländer, die seit mindestens zehn Jahren in Deutschland leben.

dpa

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