Proteste in der Türkei

Erdogan erteilt "letzte Warnung"

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Die Zahl der Toten bei den seit zwei Wochen andauernden Protesten in der Türkei ist am Donnerstag auf fünf gestiegen.

Ankara - Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hat die Demonstranten in Istanbul ultimativ aufgefordert, das Protestlager im Gezi-Park zu verlassen.

„Wir werden nicht mehr länger abwarten“, zitierten türkische Medien den Regierungschef am Donnerstag. „Verschwindet und lasst uns gegen die illegalen Organisationen vorgehen“, sagte er demnach. Er rief Mütter und Väter dazu auf, ihre Kinder zum verlassen des Protestlagers zu bewegen. Erdogan sprach von einer „letzten Warnung“. Zuvor hatte es bereits Ankündigungen gegeben, die Polizei werde das Lager nicht mehr lange dulden.

Die Zahl der Toten bei den seit zwei Wochen andauernden Protesten ist unterdessen auf fünf gestiegen. Ein Demonstrant, der sich bei Auseinandersetzungen mit der Polizei Verletzungen zugezogen hatte, wurde am Donnerstag für tot erklärt, wie Anwältin Sema Aksoy sagte. Der 26-Jährige war offenbar bei Protesten in der Hauptstadt Ankara am 1. Juni von einem Tränengaskanister am Kopf getroffen worden. Er wurde tagelang künstlich am Leben erhalten.

Die jüngsten Unruhen in der Türkei hatten am 31. Mai begonnen. Die Polizei hatte eine kleine, friedliche Demonstration gegen die Abholzung des Gezi-Parks am Taksim-Platz in Istanbul aufgelöst. Wegen des harten Vorgehens kam es seitdem zu landesweiten Massenprotesten, die sich gegen Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan und dessen als autoritär empfundenen Regierungsstil richten.

Erdogan: Behörden werden Taksim-Platz räumen

Erdogan hat mittlerweile die Räumung von „Unruhestiftern“ am Istanbuler Taksim-Platz angekündigt. Dies werde die Polizei binnen 24 Stunden durchsetzen, erklärte Erdogan am Donnerstag.

Noch am Tag zuvor hatte der von Demonstranten im ganzen Land heftig kritisierte Regierungschef das Gespräch mit Vertretern der Protestbewegung gesucht und Zugeständnisse angedeutet. Über die Pläne zur Umgestaltung des Taksim-Platzes könne es womöglich ein Referendum geben, ließ er seine Partei AKP verkünden.

Brutaler Einsatz: Polizei stürmt Taksim-Platz

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dpa/AP

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