Zahl der verunglückten Kinder im ersten Halbjahr gesunken

Die Straßen in Niedersachsen sind für Jungen und Mädchen vielerorts gefährlich. In der ersten Jahreshälfte wurden zwei Kinder bei Verkehrsunfällen getötet und 184 schwer verletzt. Die Zahl der Leichtverletzten ging dagegen deutlich zurück.

Auf Niedersachsens Straßen sind im ersten Halbjahr weniger Kinder verunglückt als in der ersten Hälfte 2012. Allerdings starben nach den vorläufigen Zahlen des statistischen Landesbetriebs zwischen Januar und Ende Juni zwei Kinder unter 15 Jahren bei Verkehrsunfällen. Im gleichen Zeitraum 2012 war ein Kind tödlich verunglückt. 857 Jungen und Mädchen wurden in der ersten Hälfte dieses Jahres schwer oder leicht verletzt. Im ersten Halbjahr 2012 hatte es 902 Schwer- und Leichtverletzte unter 15 Jahren gegeben. Insgesamt kamen in den ersten sechs Monaten 164 Menschen landesweit im Straßenverkehr ums Leben, im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren noch 230 Verkehrstote gezählt worden.

Die große Zahl an Kinderunfällen war in der Vergangenheit insbesondere ein Problem in der niedersächsischen Landeshauptstadt. Der jüngste Kinderunfallatlas der Bundesanstalt für Straßenwesen bescheinigt Hannover neben Bremen das höchste Unfallrisiko für Kinder im Vergleich der Großstädte mit mehr als 500 000 Einwohnern. Bei dieser Analyse bezieht sich die Behörde auf die Statistik aus den Jahren von 2006 bis 2010.

Als Reaktion hat die Stadt Hannover das Bauprogramm „Verkehrssicherheit für Kinder“ mit einem Volumen von 400 000 Euro pro Jahr aufgelegt. Geplant seien 100 Projekte in fünf Jahren, sagte Stadtsprecher Alexis Demos. Unter anderem werden gefährliche Kreuzungen entschärft und Schulwege sicherer gemacht. Zudem hat die Stadt unter dem Motto „Gib mir Acht“ eine breit angelegte Präventionskampagne gestartet.

Die Geschäftsführerin der Landesverkehrswacht, Cornelia Zieseniß, sieht Erfolge der Präventionsbemühungen. Zu Beginn der dunklen Jahreszeit rät sie Fußgängern und Radfahrern zu gut sichtbarer, möglichst reflektierender Kleidung. „Es geht darum, selbst gut gesehen zu werden“, sagte sie in Hannover.

Eltern sollten ihrem Nachwuchs den Schulweg zu Fuß zutrauen, statt die Söhne und Töchter mit dem Auto bis vors Schultor zu kutschieren. „Vor ganz vielen Grundschulen gibt es morgens unhaltbare Zustände“, berichtete Zieseniß von den Erfahrungen der mehr als 100 Verkehrswachten im Land. Die an- und abfahrenden Autos der Eltern seien eine große Gefahr für alle Schüler. „Das gab es in diesem Umfang früher nicht.“

Verkehrsexperten sehen angesichts der Halbjahresbilanz keinen Grund dafür, sich beruhigt zurückzulehnen, zumal die Zahl der schwer verletzten Kinder konstant geblieben ist. Von insgesamt 184 Schwerverletzten in den ersten sechs Monaten dieses Jahres verunglückten 50 mit dem Fahrrad und 63 als Fußgänger. Zwischen Januar und Ende Juni 2012 waren von 183 Schwerverletzten 59 mit dem Rad und 76 zu Fuß verunglückt. (lni)

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