Eklat bei "Berlin direkt"

Höcke bricht Interview ab und droht: Nun fordert das ZDF, dass sich die AfD dazu positioniert 

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Björn Höcke sorgt für Eklat beim ZDF

Nach den Interview-Abbruch und den anschließenden Drohungen von AfD-Politiker Björn Höcke äußert sich ZDF-Chefredakteur Peter Frey mit klaren Worten.

Update vom Montag, 16.09., 17.41 Uhr: Höcke hatte das ZDF-Interview abgebrochen, in dem es um seinen Sprachgebrauch und NS-Begriffe ging. Er warf dem ZDF-Journalisten in dem am Sonntagabend ausgestrahlten Interview vor, ihn mit Fragen zu konfrontieren, die "nicht wirklich redlich" seien. 

Frey sagte nun zu Höckes Äußerung gegenüber seinem Interviewer, „Vielleicht werde ich mal 'ne interessante persönliche, politische Person in diesem Land. Könnte doch sein“: „Das ist eine Drohung, ja.“ 

Das ZDF habe keine Skandalisierung des Interviews beabsichtigt. „Wir wollten keinen Eklat. Wir wollten einen Beitrag, der sich mit der Sprache der AfD, der Sprache von Björn Höcke auseinandersetzt.“ 

Höcke mit Aussagen von Parteifreunden konfrontiert

Vor Beendigung des Interviews waren Höcke Aussagen von Parteikollegen gezeigt worden. Diesen hatte der Redakteur Aussagen von Höcke vorgelegt und sie gefragt: „Ist das aus 'Mein Kampf' oder von Herrn Höcke?“ Bei einem Beispiel antwortete der AfD-Bundestagsabgeordnete Jens Maier: „Wenn, eher aus 'Mein Kampf' würde ich sagen, aber nicht von Herrn Höcke.“ 

Höcke sagte in dem Interview: „Ich glaube nicht, dass es eine allgemein gültige Definition dessen gibt, was eine NS-Diktion, was NS-Sprache ist.“ Kritiker, die ihm eine sprachliche Nähe zum Nationalsozialismus vorwerfen, seien „Stellenmarkierer“. Diese wollten „kontaminieren, was angeblich nicht mehr sagbar ist“, fügte Höcke hinzu. 

Grönemeyers Kommentar und Höckes Eklat: Über den schwierigen Umgang mit der politischen Rechten

Erstmeldung vom Montag, 16. 09., 6.37 Uhr: Ein Interview des ZDF mit dem AfD-Spitzenkandidaten für die Landtagswahl in Thüringen, Björn Höcke, hat mit einem Eklat geendet. In dem Gespräch, das am Sonntagabend in der Sendung „Berlin direkt“ ausgestrahlt wurde, ging es zunächst um die Sprache des Politikers vom rechtsnationalen Flügel und um NS-Begriffe.

Nach laut ZDF etwa zehn Minuten intervenierte Höckes Pressesprecher und sagte: „Ich würde sagen, das sollten wir einfach wiederholen. Das geht so nicht. Das geht so nicht. Sie haben jetzt Herrn Höcke mit Fragen konfrontiert, die ihn stark emotionalisiert haben. Diese Emotionen, glaube ich, sollte man so nicht im Fernsehen bringen.“ Eine Wiederholung lehnte der ZDF-Redakteur ab. 

ZDF-Interview abgebrochen: Björn Höcke sorgt für den Eklat

Höcke war nach eigenen Aussagen davon ausgegangen, dass es in erster Linie um den Landtagswahlkampf gehen würde. Das ZDF betont, dass es laut Absprache nicht um Thüringen, sondern die bundespolitische Bedeutung Höckes gehen sollte. Einige Minuten später sagte Höcke: „Wir beenden das Interview.(...) Dann ist klar, dass es mit mir kein Interview mehr für Sie geben wird.“ Auf die Frage, ob das eine Drohung sei, sagte Höcke: „Nein, das ist nur 'ne Aussage, weil auch ich nur ein Mensch bin.“ Auf die weitere Frage: „Was könnte kommen“, antwortete Höcke: „Vielleicht werde ich mal 'ne interessante persönliche, politische Person in diesem Land. Könnte doch sein.“ Das Interview wurde am vergangenen Mittwoch in Erfurt geführt. Das ZDF hat das komplette Interview und den Wortlaut online gestellt. 

ZDF veröffentlicht das Interview mit Björn Höcke online

Der Bundesvorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbands, Frank Überall, erklärte am Abend, es sei völlig richtig gewesen, dass sich der ZDF-Kollege nicht darauf eingelassen habe, das Interview in Höckes Sinne „weichzuspülen“. „Björn Höcke hat ein weiteres dunkles Kapitel des gestörten Umgangs der AfD mit der Pressefreiheit im allgemeinen und kritischen Journalistinnen und Journalisten im besonderen aufgeschlagen“, kritisierte Überall.

Hier lesen Sie unsere Kritik zum Sommerinterview mit Alexander Gauland

dpa/tom

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