23 Stunden Wahl-TV

ZDF: Politbarometer drei Tage vor der Wahl

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ZDF-Chefredakteur Peter Frey (4.v.l) stellt zusammen mit ZDF-Sprecher Jörg Berendsmeier, Bettina Schausten, Marietta Slomka, Mitri Sirin, Maybrit Illner, Theo Koll, Eckart Gaddum und Andreas Eck (v.l) die Sendungen rund um die Bundestagswahl vor.

Berlin - Das ZDF plant ein Last-Minute-Politbarometer vor der Bundestagswahl 2013. Die neuesten Umfragewerte der Parteien sollen erstmals drei Tage vor der Wahl veröffentlicht werden.

ARD und das ZDF gehen beim Veröffentlichen der Umfragen kurz vor der Bundestagswahl getrennte Wege. Während das „Erste“ seine Ergebnisse letztmals zehn Tage vor dem Wahltermin verbreiten will, wird das ZDF sein „Politbarometer“ diesmal noch drei Tage vor dem Urnengang - also am 19. September - veröffentlichen, wie Chefredakteur Peter Frey am Montag in Berlin unterstrich.

ZDF-Intendant Thomas Bellut hatte die Änderung erstmals im Mai vor dem Fernsehrat angekündigt. Eine Sprecherin des innerhalb der ARD zuständigen Westdeutschen Rundfunks (WDR) teilte dagegen mit: „Den letzten "DeutschlandTrend" mit der Sonntagsfrage wird die ARD am 12. September veröffentlichen“ - also zehn Tage vor der Wahl.

Als Grund für die ZDF-Entscheidung gab Frey an, dass der Bürger immer kurzfristiger seine Wahl-Entscheidung treffe und der Sender sein von der Forschungsgruppe Wahlen gewonnenes Wissen nicht dem Publikum vorenthalten wolle. ZDF-Politikchef Theo Koll erläuterte diesen Schritt mit dem Beispiel der Niedersachsen-Wahl im Januar: Die letzten veröffentlichten Umfrage-Ergebnisse taxierten die FDP bei vier bis fünf Prozent, dann habe sie auf 9,9 Prozent zugelegt - von dieser Aufwärtsbewegung habe niemand etwas mitbekommen.

ZDF plant 23 Stunden an Reportagen, Dokumentationen und Talks

In Deutschland gibt es zwar nicht wie in anderen Ländern ein Verbot der Veröffentlichung von Umfrage-Ergebnissen kurz vor Wahlen, doch hatten sich ARD und ZDF bislang darauf beschränkt, die Werte in der Woche vor dem Stichtag nicht mehr zu publizieren.

Insgesamt will das ZDF zusätzlich zur Regelberichterstattung 23 Stunden an Reportagen, Dokumentationen und Talks zur Wahl bieten. Koll wird am 15. August und 12. September zwei Runden der Sendung „Die Debatte“ live aus Berlin moderieren. Maybrit Illner wird vom 27. bis 30. August fünf Mal (am 29.8. gibt es eine Doppelfolge) in „Illner intensiv“ über Politthemen diskutieren lassen, und Marietta Slomka und Mitri Sirin fragen am 3. und 4. September: „Wie geht's, Deutschland?“. Sie haben Menschen in ganz Deutschland besucht und deren Lebensqualität analysiert.

dpa

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