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ZDF-Politbarometer: Grüne verlieren deutlich, Union profitiert

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Von: Nils Tillmann

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Energiekrise, Inflation und Corona setzen der Ampel-Koalition weiter zu. In aktuellen Befragungen konnte die Opposition zuletzt Gewinne verzeichnen.

Mainz – Das neueste ZDF-Politbarometer zeigt, dass die CDU zuletzt in der Meinung der Bevölkerung gestiegen ist, während die Grünen an Zuspruch verloren haben. Bei der Sonntagsfrage erhielt die Union in der Meinungsbefragung 28 Prozent. Die Grünen verloren seit August drei Prozentpunkte und lagen in der neuesten Befragung bei 23 Prozent. Die SPD blieb unverändert bei 19 Prozent, während die FDP um einen Prozentpunkt auf 6 Prozent herabfiel.

Die übrigen Oppositionsparteien, AfD und die Linke, konnten auch leicht an Beliebtheit gewinnen und verzeichneten jeweils einen Zuwachs von einem Prozentpunkt im Vergleich zum vorigen Politbarometer. 13 Prozent der Befragten sprachen sich für die AfD, 5 für die Linke aus.

Damit wäre die CDU die stärkste Kraft, wenn am nächsten Sonntag eine Bundestagswahl stattfinden würde. In der vorangegangenen Befragung hatten Union und Grüne noch gleichauf gelegen.

SPD19 %
CDU/CSU28 %
Grüne23 %
FDP6 %
AfD13 %
Linke5 %
Sonstige6 %

Habeck, Baerbock und Özdemir trotz Einbußen immer noch am beliebtesten

Beliebtheitseinbußen zeigen sich bei den Grünen auch in der Befragung zu einzelnen Politikern. Als Teil der Meinungserhebung wurden Befragte gebeten, zu zeigen, was sie von zehn Politikern verschiedener Parteien halten, indem sie ihnen einen Wert von plus 5 bis minus 5 zuweisen. Cem Özdemir verlor dabei im Vergleich zur letzten Befragung im August 0,3 Punkte, Annalena Baerbock 0,5 und Robert Habeck sogar 0,8 Punkte.

Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne, l.) erntete zuletzt viel Kritik. Im Politbarometer liegt sein Beliebtheitswert jedoch noch vor dem von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD, m.) und CDU-Chef Friedrich Merz (r.).
Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne, l.) erntete zuletzt viel Kritik. Im Politbarometer liegt sein Beliebtheitswert dennoch vor dem von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD, m.) und CDU-Chef Friedrich Merz (r.). © Kay Nietfeld/dpa

Dennoch bleiben die drei Grünen die beliebtesten Politiker der Umfrage, mit Habeck an der Spitze, knapp vor Baerbock und Özdemir. An vierter Stelle liegt Bundeskanzler Scholz, der auch leicht an Beliebtheit verloren hat. AfD-Politikerin Alice Weidel wurde in der Umfrage mit einem Wert von minus 2,6 mit einigem Abstand zur unbeliebtesten der zehn Kandidaten gekürt.

Entlastungspolitik und Zusammenarbeit in der Ampel werden kritisiert

Die Umfrage zeigt vor allem Unzufriedenheit mit der Zusammenarbeit innerhalb der Ampel-Koalition und der Entlastungspolitik der Bundesregierung. Mehr als die Hälfte der Menschen in Deutschland halten dem Politbarometer nach das Verhältnis innerhalb der Regierungskoalition für schlecht. Mehr als zwei Drittel halten die Entlastungsmaßnahmen für zu wenig für Bürger mit niedrigem Einkommen.

Die Bundesregierung hat zuletzt ein drittes Entlastungspaket auf den Weg gebracht. Die Opposition hatte daraufhin Kritik an der Krisenpolitik der Ampel-Koalition geäußert. Bundeswirtschaftsminister Habeck war zuletzt außerdem für die geplante Gasumlage und für einen Auftritt bei Maischberger kritisiert worden, bei dem er die Möglichkeit einer Inflationswelle im Winter abgetan hatte. (nt)

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