SPD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl 2013: Hubertus Heil winkt ab

Zeichen stehen auf Weil

Verspürt angeblich wenig Lust auf ein Kandidaten-Casting: Stephan Weil. Foto:  dpa

Hannover. Da waren es nur noch zwei. Im Rennen um die SPD-Spitzenkandidatur für die niedersächsische Landtagswahl Anfang 2013 läuft alles auf ein Duell zwischen Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil und SPD-Landeschef Olaf Lies aus Sande hinaus.

Bundestagsfraktionsvize Hubertus Heil, der immer wieder als möglicher dritter Interessent genannt wurde, hat wenige Tage vor der Entscheidung des SPD-Landesvorstandes am Freitag ein Nein erklärt.

Hubertus Heil

„Ich werfe meinen Hut nicht in den Ring. Ich habe aber eine klare Vorstellung, wer es machen soll“, sagte der Braunschweiger Bezirkschef der „Braunschweiger Zeitung“. Er selbst sehe seine Zukunft in der Bundespolitik, sagte der frühere SPD-Generalsekretär. Gleichzeitig machten Gerüchte die Runde, Lies solle ebenfalls zum Verzicht gedrängt werden, um den Weg für den von den Bezirken Hannover und Braunschweig bevorzugten Weil freizumachen. Dem in der Landeshauptstadt populären Oberbürgermeister wird bislang nachgesagt, dass er keine große Lust auf den in der SPD-Satzung vorgesehenen Mitgliederentscheid verspüre. Ihm gefalle es so gut in Hannovers Rathaus, dass er die Mühen eines „Kandidaten-Castings“ gar nicht nötig habe.

Lies solle daher mit diversen Zugeständnissen „weichgekocht“ werden, etwa mit einem wichtigen Ministeramt nach einem Wahlsieg oder auch mit dem Fraktionsvorsitz im Landtag.

Davon freilich will der Landesvorsitzende offenbar nichts wissen. Er stehe bei der Basis im Wort, dass der Bewerber nicht im Hinterzimmer ausgekungelt werden dürfe, sondern die Parteimitglieder mitbestimmen müssten, heißt es im Umfeld von Lies. Zudem sich der Friese, der in den vergangenen Monaten durch fast sämtliche Ortsverbände getingelt war, im öffentlichen Duell mit Weil durchaus Chancen ausrechnet. „Olaf muss die Machtfrage stellen“, meint ein Kollege aus seinem Bezirk Weser-Ems. „Wann, wenn nicht jetzt?“

Lies und die Machtfrage

Weil soll derweil - nicht zuletzt angesichts der rosigen Aussichten auf einen rot-grünen Wahlsieg in anderthalb Jahren - seinen persönlichen Widerstand gegen die öffentliche Kandidatenkür aufgegeben haben. Indiz: das Nein von Heil. Beide können gut miteinander, beide haben bereits in diversen Gesprächen die Kandidatenfrage und die Strategie für den Landtagswahlkampf besprochen.

Dass Weil als Herausforderer von Ministerpräsident David McAllister (CDU) antritt, gilt auch als der ausdrückliche Wunsch von SPD-Bundeschef Sigmar Gabriel.

Von Peter Mlodoch

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