Zeuge belastet sich im Berlusconi-Prozess selbst

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Der "Cavaliere", Silvio Berlusconi, erhält von seinem ehemaligen Anwalt Schützenhilfe.

Mailand - Ein Korruptionsprozess um Schmiergelder steht für Silvio Berlusconi kurz vor dem Ende und könnte für ihn gefährlich werden. Der Mann, den er bestochen haben soll, will kein Geld erhalten haben

Schützenhilfe für Silvio Berlusconi in seinem Mailänder Korruptionsprozess: Sein ehemaliger Anwalt David Mills sagte am Donnerstag in einer Video-Schaltung aus London erneut aus, er habe von dem angeklagten Ex-Regierungschef (75) keine 600 000 Dollar (460 000 Euro) für Falschaussagen erhalten. Vielmehr habe er “die Geschichte erfunden“, weil er wegen der Steuerermittlungen gegen seine Person seinerzeit in Panik geraten sei, erklärte der britische Zeuge. Berlusconi war während der Aussage im Gerichtssaal anwesend.

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Mills sollte den Mailänder Staatsanwälten daraufhin erklären, warum er 2004 erklärt hatte, über einen Manager diese Summe von Berlusconi bekommen zu haben. Er habe damals die “Strategie des geringen Widerstands“ angenommen und das ausgesagt, was Anklagevertreter seiner Einschätzung nach von ihm hören wollten, sagte er. Die Geschichte mit Berlusconi sei aber “Fiktion“, eine gefährliche Erfindung gewesen, erklärte der Anwalt.

Mills war in der Sache 2009 zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Im Jahr 2010 entschied das Kassationsgericht in Rom aber auf Freispruch wegen Verjährung. Für Berlusconi ist das Verfahren jetzt in der Schlussphase. Seine Verurteilung ist nicht ausgeschlossen, sollten die Staatsanwälte und Richter den Prozess rechtzeitig bis zur Verjährung im März 2012 zu Ende bringen. Berlusconi muss sich außer im Mills-Prozess unter anderem im Prozess wegen angeblicher sexueller Beziehungen zu dem damals minderjährigen Callgirl Ruby verantworten.

dpa

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