Bundesrat startet erneute Initiative, um Elefanten, Giraffen und andere zu schützen

Zirkus bald ohne Wildtiere

Solche Bilder sollen der Vergangenheit angehören: Der fast 100 Jahre alte Zirkus Krone ist unter anderem für seine Elefanten-Dressur berühmt. Archivfoto:  Herzog

Wiesbaden. Glaubt man Frank Keller, ist ein Zirkus ohne Elefanten und Raubtiere für die Zuschauer sein Geld nicht wert. Der Pressesprecher des Zirkus Krone in München wird deshalb regelrecht ärgerlich, wenn er vom geplanten Wildtierverbot der Bundesländer hört. Affen, Elefanten, Großbären, Giraffen, Nashörner und Nilpferde sollen im Zirkus verboten werden, so will es jedenfalls der Agrarausschuss des Bundesrates. Für den Einbecker Circus Barum wäre das kein Problem: „Wir haben schon seit zehn Jahren nur noch Pferde“, sagt ein Sprecher des Unternehmens.

Barum hat nur Pferde

Keller wiederum glaubt, dass der Bundesrat ohnehin scheitern wird, sollte er den auch von Hessen und Niedersachsen unterstützten Antrag Hamburgs am 25. November im Plenum unterstützen: „Das ist ein Eingriff in die Berufsfreiheit der Tierlehrer.“ Außerdem habe Deutschland bereits die besten Vorschriften zum Schutz der Tiere.

Tatsächlich hatte Hessen bereits 2003 einen Antrag auf Wildtierverbote im Bundesrat gestellt, die Bundesregierung jedoch seinerzeit verfassungsrechtliche Bedenken. Denen glauben die Länder nun mit der Hamburger Initiative Rechnung zu tragen. Denn der Tierschutz ist seit 2002 im Grundgesetz als Staatsziel verankert und wiegt nach Ansicht der Länder schwerer als der Eingriff in die Berufsfreiheit von Dompteuren. Auch mit EU-Recht dürfte es keine Probleme geben, denn 13 EU-Länder haben bereits Verbote ausgesprochen.

Druck gemacht haben unter anderem 17 Tierschutzverbände. Sie führen die häufigen Transporte der Tiere an, mangelhafte Unterbringung und Krankheiten, die aufgrund nicht artgerechter Haltung entstehen. Die Verbände fordern, dass auch Großkatzen wie Löwen und Tiger im Zirkus verboten werden sollten. Für Frank Keller ist das alles Unsinn: „Da reden Leute von Dingen, von denen sie keine Ahnung haben. Und schwarze Schafe gibt es schließlich überall.“

Sollte der Bundesrat dem Hamburger Antrag zustimmen, hätte er auch im Bundestag eine Chance. Dort war ein Antrag der Grünen im Frühjahr noch gescheitert an CDU und FDP. Die FDP will dem Antrag jetzt aber zustimmen.

Von Petra Wettlaufer-Pohl

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