Uni Potsdam will Althusmann anhören

Plagiatsvorwürfe gegen Kultusminister: Das Zittern ist noch nicht vorbei

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Kultusminister Bernd Althusmann (CDU).

Potsdam/Hannover. Niedersachsens Kultusminister Bernd Althusmann (CDU) soll sich gegen den Plagiatsvorwurf rund um seine Doktorarbeit persönlich verteidigen. Darauf einigte sich die zuständige Fachkommission zu wissenschaftlichem Fehlverhalten an der Uni Potsdam bei ihrer ersten Sitzung am Freitag.

Es sei dem amtierenden Präsidenten der Kultusministerkonferenz (KMK) zudem freigestellt, sich bei der mündlichen Anhörung von „einer Person seines Vertrauens“ begleiten zu lassen, teilte die Hochschule mit. Daneben sollen Althusmanns Dissertationsbetreuer Dieter Wagner sowie sein Zweitgutachter - der bereits emeritierte Professor Christoph Reichard - Gelegenheit zur mündlichen Stellungnahme erhalten.

Um klären zu können, ob Althusmann beim Zitieren in der Arbeit gegen wissenschaftliche Grundsätze verstoßen habe, will die Kommission außerdem externe Experten mit „besonderer Sachkunde oder Erfahrung im Umgang mit einschlägigen Verfahren“ zu Rate ziehen.

„Einige dieser Fachleute müssen erst noch angesprochen werden“, hieß es aus der Pressestelle der Universität. Der Vorsitzende der Untersuchungskommission, der Jurist Tobias Lettl, wolle daher noch keine Namen nennen. Die nächste Sitzung ist für Mitte September geplant. „Der Termin wird noch mitgeteilt“, sagte eine Sprecherin.

Für Althusmann geht es bei dem Verfahren auch um seine politische Zukunft. Der CDU-Mann hatte nach dem Bekanntwerden des Vorwurfs von Plagiatsjägern handwerkliche Fehler bei der Anfertigung der Dissertation eingeräumt, eine bewusste Täuschung jedoch vehement abgestritten. Wegen der Mängel in der Arbeit über Organisation und Personalentwicklung in der öffentlichen Verwaltung hatte er nach dem Abschluss im Jahr 2007 die Note „rite“ (ausreichend) erhalten.

Der Minister selbst wollte sich zum Fortgang der Untersuchung nicht äußern. Sein Sprecher sagte, er gehe davon aus, dass Althusmann die Möglichkeit der persönlichen Stellungnahme nutzen werde. Dagegen bekräftigte die Opposition im niedersächsischen Landtag ihre Forderung an Althusmann, bis zu einer endgültigen Klärung der Vorwürfe das Amt als KMK-Chef ruhen zu lassen. Die stellvertretende SPD-Fraktionschefin Frauke Heiligenstadt schlug vor, den Vorsitz bis zum Jahresende an Wissenschaftsministerin Johanna Wanka (CDU) zu übertragen. (lni)

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