Griechische Europapolitik

Kommentar zum möglichen Grexit: Da zuckt die Hand nach der roten Karte

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt? Seit Jahren folgt die griechische Europapolitik nur einer Logik: Geld ins Land zu bekommen, das dort nicht in jener Menge erwirtschaftet wird, wie es verschwindet. Ein Kommentar zu einem möglichen Grexit von HNA-Nachrichtenchef Tibor Pézsa.

Der scheidende Chef des Münchner ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, hat vorgerechnet, wie Griechenland seine sogenannten Partnerstaaten nach Strich und Faden ausnimmt. Die bisherigen Rettungspakete haben den Lebensstandard der Griechen finanziert, ihnen geholfen, ihre Schulden zu tilgen sowie ihr Vermögen außer Landes zu bringen. Ein Abwarten wird immer teurer, weil immer mehr Geld zu Lasten der Staatengemeinschaft Griechenland verlässt oder in Bargeld unter dem Kopfkissen umgewandelt wird. Das kann geschehen, weil die Regierung in Athen auf eigentlich schon lange dringend gebotene Kapitalverkehrs- wie auch auf andere Kontrollen verzichtet.

Noch nie ist der europäische Gedanke so skandalös missbraucht und vorgeführt worden. Guter Rat wird auch weiterhin teuer bleiben, denn Griechenland bleibt der EU unweigerlich als Kostgänger erhalten - so oder so. Doch dass nun auch die Hand des selbst schon viel zu tief ins Hellas-Drama verwickelten IWF nach der roten Karte zuckt, zeigt unmissverständlich: Das Ende mit Schrecken ist nah.

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