AfD stagniert weiter

Zustimmung für GroKo steigt - Mehrheit aber immer noch dagegen

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Die SPD spürt zwar ein wenig Aufwind, bleibt aber dennoch im Umfragetief.

Die SPD-Mitglieder stimmen über die Große Koalition ab. Nach den Zahlen des ARD-Deutschlandtrends müssten sich 66 Prozent für eine Fortsetzung der Groko entscheiden. Bei der Union ist die Sache eindeutiger.

Berlin - Die große Koalition steigt bei Anhängern von Union und SPD im Kurs. Wie aus dem am Donnerstag veröffentlichten ARD-"Deutschlandtrend" hervorgeht, kletterte unter SPD-Anhängern die Zustimmung zur "GroKo" seit der letzten Befragung vor zwei Wochen um 15 Prozentpunkte auf 66 Prozent. Auch 70 Prozent der Anhänger von CDU und CSU fänden eine große Koalition gut oder sehr gut (plus sechs Prozentpunkte).

Die Bundesbürger insgesamt sehen eine mögliche "GroKo"-Fortführung ebenfalls positiver, bleiben mehrheitlich aber skeptisch. 46 Prozent der Befragten befürworten laut "ARD"-Deutschlandtrend nun eine Koalition aus Union und SPD - vier Punkte mehr als Mitte Februar. 52 Prozent fänden ein solches Regierungsbündnis weniger gut oder schlecht.

Schlechte Noten für die SPD - Dennoch kleiner Aufwind spürbar

Die SPD bekommt in der Umfrage schlechte Noten. Nur noch 18 Prozent halten die Partei für geschlossen; vor dreieinhalb Jahren waren es 34 Prozentpunkte mehr. Noch 35 Prozent erachten die Sozialdemokraten für glaubwürdig (minus 23 Punkte im Vergleich zum August 2014).

Auch inhaltlich überzeugte die Partei viele Befragte nicht. Nur 43 Prozent (minus 13 Punkte) waren der Ansicht, die SPD habe die richtigen Konzepte, um die wichtigen Probleme des Landes zu lösen. Fast 60 Prozent bezweifelten außerdem die Regierungsfähigkeit der SPD.

In einer Umfrage des Insa-Instituts für die „Bild“-Zeitung war die SPD im Februar sogar auf 15,5 Prozent und damit hinter die AfD gefallen. Auch beim Forsa-Institut haben die SPD-Werte inzwischen aber wieder leicht zugelegt, ebenfalls auf den Wert von 18 Prozent.

Mehrheit hält Union für regierungsfähig

Dagegen hielten drei Viertel der Befragten die CDU für regierungsfähig, die Hälfte glaubte das auch bei der CSU. Dass sie die CDU für geschlossen erachten, gaben sechs von zehn Befragten an, bei der CSU waren es fast genauso viele. Mehr als die Hälfte hielt die CDU für glaubwürdig, die Christsozialen erachteten etwas weniger Befragte als glaubwürdig.

Die Unionsparteien überzeugten dafür weniger in Sachen Bürgernähe: Nur etwas mehr als 40 Prozent der Befragten gaben an, CDU und CSU würden die Sorgen und Nöte der Menschen verstehen.

Etwa die Hälfte der Befragten fände es gut oder sehr gut, wenn Angela Merkel (CDU) Kanzlerin bliebe (51 Prozent, plus eins im Vergleich zu Mitte Februar); fast genauso viele fänden eine erneute Kanzlerschaft Merkels allerdings weniger gut oder schlecht (49 Prozent, plus zwei).

Ob eine große Koalition zustande kommt, hängt vom Votum der SPD-Mitglieder ab. Das Ergebnis wird am Sonntag verkündet. Sollte es nicht zu einer "GroKo" kommen, sprechen sich 45 Prozent der Befragten (plus fünf im Vergleich zum Vormonat) für eine Minderheitsregierung der Union aus. Der Anteil derer, die Neuwahlen befürwortet, sank um vier Punkte auf 52 Prozent.

AfD und FDP stagnieren, Grüne und Linke verlieren

Die AfD verharrt bei 15 Prozent, die FDP bei 9 Prozent. Die Grünen sacken etwas auf 11 (-2) und die Linken auf 9 Prozent (-2).

Für den "Deutschlandtrend" befragte das Meinungsforschungsinstitut Infratest Dimap am Montag und Dienstag 1002 Wahlberechtigte. Die Fehlertoleranz liegt bei 1,4 bis 3,1 Prozentpunkten.

dpa/afp

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