Zwei Drittel halten Afghanistan-Engagement für gescheitert

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Bundeswehrsoldaten vor dem Abflug nach Deutscland auf dem Flughafen von Kundus. Foto: Michael Kappeler/Archiv

Berlin (dpa) – Zwei Drittel der Bundesbürger halten das deutsche Engagement in Afghanistan für politisch gescheitert.

Das geht aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov nach der vorübergehenden Eroberung der nordafghanischen Provinzhauptstadt Kundus durch die radikalislamischen Taliban hervor. Bis vor zwei Jahren kämpfte in der Region die Bundeswehr gegen die Aufständischen.

64 Prozent der 1172 Befragten glauben nicht, dass die afghanische Armee die Taliban ohne internationale Unterstützung besiegen kann. Nur 15 Prozent meinen, dass das möglich wäre. Trotzdem ist eine Mehrheit von 53 Prozent für den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan, nur 30 Prozent befürworten eine Fortsetzung des Einsatzes.

Die Nato hatte ihre Kampfmission in Afghanistan vor neun Monaten offiziell beendet und ist jetzt noch vor allem zur Ausbildung und Beratung der afghanischen Streitkräfte im Land. Mehr als 800 deutsche Soldaten nehmen an dem Einsatz teil, der zunächst bis Ende 2016 angelegt ist. Am Donnerstag wollen die Nato-Verteidigungsminister in Brüssel darüber beraten, wie es weitergehen soll. Eine Entscheidung ist aber erst für Dezember geplant.

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