Medizin stößt an Grenzen

Sex mit Zwillingsbrüdern - Vaterschaft kann nicht geklärt werden

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Celle. Ein nach einer Sex-Affäre seiner Mutter mit Zwillingsbrüdern geborener Junge ist mit einer Vaterschaftsklage vor dem Oberlandesgericht Celle gescheitert. Wer der beiden der Vater sei, lasse sich juristisch und wissenschaftlich nicht klären, begründete das Gericht am Mittwoch sein Urteil.

Eine DNA-Analyse oder andere erprobte Verfahren brächten in einem solchen Fall nach bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnissen keine ausreichende Klärung.

Für den inzwischen 14-jährigen Kläger bleibt damit nach jahrelangem Rechtsstreit nur noch der Gang zum Bundesgerichtshof. Über den Fall hatten zuvor bereits andere Medien berichtet. (Az. 15 UF 51/06) „Ich bedauere die Situation des Klägers“, sagte OLG-Sprecher Götz Wettich. „Für ihn ist die Entscheidung im Ergebnis sicher unbefriedigend.“

Mit der Entscheidung habe auch der Landkreis Hameln-Pyrmont, der für die Eltern mit sehr aufwendigen Sozialleistungen eingesprungen sei, nun bis auf weiteres keinen Kindesvater, bei dem er sich das Geld zurückholen könne. „Aber Gerichtsverfahren bieten keinen Raum für experimentelle Grundlagenforschung“, erklärte Wettich. Anders als in erster Instanz das Amtsgericht entschieden die Richter in Celle, dass weder Zeugenaussagen noch wissenschaftliche Untersuchungen ausreichende Klarheit bringen würden.

Fünf Gutachten hätten festgestellt, dass kein erprobtes Verfahren zur Feststellung der Vaterschaft bei eineiigen Zwillingen existiere. Auch deshalb hätten die Brüder die Abgabe einer Spermaprobe verweigern können. Der sogenannte Zwillingsfall beschäftigt die Gerichte seit Jahren. Zunächst war der Landkreis Hameln-Pyrmont vor dem Oberlandesgericht gescheitert, doch hob das Bundesverfassungsgericht das Urteil im September 2010 auf. Jeder Mensch habe das Recht, Kenntnis über seine Abstammung zu erlangen, entschieden die Richter in Karlsruhe. (dpa)

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