Max Mustermann stiehlt neuer Koalition die Show

Zwischenruf: Peinlicher Auftakt vermasselt Bouffiers Triumph

Petra Wettlaufer-Pohl

Wiesbaden. Falsche Wahlkarten, ein unerwartetes Wahlergebnis im zweiten Anlauf - Hessen ist immer für Überraschungen gut. Ein Zwischenruf von Landtagskorrespondentin Petra Wettlaufer-Pohl.

Na toll, da wollten Volker Bouffier und Tarek Al-Wazir Schlagzeilen machen mit der nun definitiv gestarteten ersten schwarz-grünen Koalition - und ausgerechnet Max Mustermann verdirbt ihnen die Show! Falsche Wahlkarten - peinlicher geht`s kaum noch.

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Aber ehrlich gesagt: In Hessen ist es jedenfalls nicht langweilig. Das gilt auch für die Ministerpräsidentenwahl, bei der Boufffier sogar eine Stimme mehr bekam als CDU und Grüne gemeinsam in die Waagschale werfen. Ein Triumph für den Mann mit präsidialen Aura.

Dass es nicht langweilig wird in Hessen, dürfte allerdings auch politisch gelten. Denn die Vernunftehe, die am Samstag geschlossen wurde, ist noch kein Garant für stabile Verhältnisse. Eine Chance indes ist sie allemal. Liebesheiraten halten bekanntlich auch nicht immer und sind in der Politik ohnehin nicht anzutreffen.

Leicht werden es Schwarze und Grüne auch jenseits kultureller Unterschiede zwischen beiden Parteien nicht haben. Denn sie wollen gestalten, müssen vor allem aber sparen. Der Aufschrei bei den Beamten, die bald nur noch ein Prozent mehr Gehalt bekommen sollen im Jahr, hallt bereits durch Land. Die Polizeigewerkschaft hat sich schon mit Protest gegen Kürzungen in Stellung gebracht. Und über kurz oder lang werden auch die Kommunen wieder auf der Matte stehen in Wiesbaden.

Es wird die Kunst der neuen Koalitionspartner sein, trotz Gegenwindes beieinander zu stehen und doch unterscheidbar zu bleiben. Das Schicksal der FDP wird Tarek Al-Wazir und den Seinen ein warnendes Beispiel sein. Denn in spätestens fünf Jahren gilt: Neues Spiel, neues Glück.

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